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Wann kommt denn jetzt die Rezession?


Donnerstag, März 26, 2009

Liebe Menschen,
Seit November letzten Jahres hören wir in den Medien das wirtschaftlich alles Schlimmer kommt als wir uns vorstellen möchten. Bis Januar war mir das ja recht egal, bzw. sah ich keinen Anlass zu weiteren Maßnahmen. Bei uns in der LightLife war alles wie immer, und somit in Ordnung. Wir hatten eine gute Mischung aus Dienstleistung und Handel, und Kunden wurden bei uns auch als Kunden behandelt.

Anfang Februar hatte sich das allgemeine Meinungsbild aber immer noch nicht verbessert. Wir sind zwar ein kleiner Laden, aber auch zehn Gehälter im Monat wollen verdient werden. Also haben wir uns dann doch einmal dazu hinreißen lassen über den Fall der Fälle nachzudenken. Wir schauen uns Anfragen nun mindestens zweimalig an, und prüfen vor einer vorschnellen Absage, ob man da nicht doch etwas machen kann. Weiterhin haben wir haben unsere Warenwirtschaft erneuert und das ADS-Label für Produkte und Projekte eingeführt.

LightLife ADS-Label

LightLife ADS-Label

Der neue Schulungsraum ist nun eingerichtet, erste Termine sind definiert, und das Vortagsprogramm geht in Kürze in die Druckerei. Technisch haben wir uns mit dem DMX2DIM und dem DMX2MP3 auch zwei neue vielversprechende Produkte gebaut.

Kurz: Wir haben eine Menge bewegt, was vermutlich in den nächsten Wochen zu mehr Arbeit führen wird. Das einzige was jetzt noch fehlt ist die Rezession. Weil wenn die jetzt doch nicht kommt, dann haben wir echt ein Problem. Auch in unserem nahen Umfeld ist bei den Betrieben, bis auf wirklich ganz wenige Ausnahmen, weit und breit keine Rezession zu sehen. Nun ja, hoffen wir gemeinsam, dass die Lage doch besser ist als man uns täglich berichtet.

LightLife macht bei der Rezession nicht mit…


Freitag, Dezember 26, 2008

Natürlich wäre es eine leicht „blauäugige“ Einschätzung, wenn wir die Ereignisse in der Welt einfach ignorieren, und uns der Meinung hingeben, dass uns dies in Köln alles nichts angehen würde. Aber man kann sich die Welt auch schlecht reden…

Wo bitte sind die positiv eingestellten Menschen, die dazu beitragen etwas Optimismus zu verbreiten? In den Nachrichten finden sich oft nur die Finanzstrategen, also der Teil der Bevölkerung der mit seiner weitreichenden Kompetenz dazu beigetragen hat, dass wir uns nun nach der anfänglichen Finanzkrise mit einer prognostizierten Weltwirtschaftskrise rumschlagen sollen. Da machen wir doch gar nicht erst mit…

Leider hat der Drang nach der Anhäufung von Geld unangenehme Formen angenommen. Die Sozialkompetenz bleibt weltweit stellenweise wirklich auf der Strecke. In Köln gibt es die Lebensweisheit: „Man muss och gönne könne“, was soviel bedeutet wie, dass man nicht immer nur das eigene Wohl anstreben, sondern auch verteilen sollte wenn man die Möglichkeit dazu hat. Am sympatischsten hat diese Aussage der Inhaber des kleinen türkischen Imbisses auf der Venloer Strasse demonstriert, den wir so gerne besuchen und bei dem in den Abendstunden immer mehr Menschen auflaufen und nach Essbarem fragen, was er nicht verkaufen konnte.

Während des normalen Tagesgeschäftes kam spontan jemand rein und schilderte etwas beschämt und zurückhaltend, dass er Hunger habe, aber kein Geld. Ohne große Worte gab es einen kostenlosen Dönerteller mit Reis und Salat. Als der Gast sichtlich erfreut und gesättigt den Imbiss wieder verlies, und ich den Inhaber anerkennend auf die Situation ansprach erklärte er: „Weist Du! Man kann nicht immer nur in Tasche stecken. Irgendwann stehst Du vor liebe Gott, und fragt Dich dann, was Du gemacht hast in Leben“. Wegen solchen Menschen lieben wir Köln.

Innerhalb der LightLife haben wir den Eindruck, dass es weder unseren Kunden noch uns bisher schlechter geht. Genau genommen gibt es ein einziges Bauvorhaben, welches um ein Jahr verschoben wurde. Also noch kein Grund zum Trauern. Und nüchtern betrachtet, mussten wir auch in diesem Jahr wegen Mangel an freien Kapazitäten einige spannende Anfragen verneinen. Sollten wir also im kommenden Jahr weniger absagen müssen, kann uns dies in der Summe auch wieder egal sein.

Deutschland verfügt hervorragende Technologien und gut ausgebildete Menschen. Egal wo man in dieser Welt unterwegs ist, hört man von den Menschen vor Ort immer wieder respektable Worte zu deutschen Produkten und deren Qualität. Was soll also diese permanente Jammerei? Gut, ich gebe zu wir bauen in der LightLife keine Autos, aber diese blödsinnige Idee herkömmliche Glühbirnen weltweit zu verbieten könnte uns wirklich mal hart treffen.

Was die Hersteller von Kraftfahrzeugen betrifft frage ich mich, ob die Krise nicht eher eine Chance darstellt. Mal angenommen das Ford, Chrysler und General Motors wirklich die Produktion einstellt, weil diese 12-Zylinder-Umweltvernichtungsmaschinen alles andere als zeitgemäß sind. In diesem Falle wird der durchschnittliche Amerikaner bestimmt nicht dem Auto entsagen. Wäre auch wirklich zu viel verlangt. Jeder der schon einmal Amerika außerhalb von New York besucht hat, der weis das nicht nur die Strassen deutlich breiter sind, sondern auch der Weg zum Nachbarn weitaus großzügiger ausfällt als in unseren Landen. Und mit dem öffentlichen Nahverkehr sieht es auch nicht so prickelnd aus. Und sollten die drei genannten Hersteller der Produktion von Kraftfahrzeugen tatsächlich entsagen müssen, so stehen die Türen für Produzenten vom kleinen Smart bis zur komfortablen Oberklasse doch weit offen. Ich würde den Amerikanern zwar wirklich gerne eine „Generation Golf“ ersparen, aber wenn es der deutschen Wirtschaft helfen würde, könnte ich auch damit leben.

Viel tragischer ist die Entwicklung hinsichtlich der konventionellen Glühbirnen. Begleitet von großer Medienunterstützung laufen die Menschen jetzt doch wirklich durch die Gegend und glauben tatsächlich, das der Kauf und die Nutzung einer sogenannten „Energiesparlampe“ etwas sinnvolles wäre. Wirklich erstaunlich wie leichtgläubig die Menschen, und wie überzeugend die Medien sind. Da wandern nun unter dem Deckmäntelchen der Energieeinsparung jedes Jahr nicht nur mehrere hundert Kilogramm reinstes Quecksilber in den Hausmüll. Eure Kinder werden es Euch mal sehr danken.  Über die Lichtqualität möchte ich mich hier gar nicht auslassen. Am deutlichsten hat es Ingo Maurer  in der Süddeutschen Zeitung beschrieben: „Ein Boom für Psychiater“. Ihr Menschen könnt ja testweise mal Eure Weihnachtsbäume mit diesen Energiesparwundern bestücken. Die „besinnlichen“ Tage sind ja eh in Kürze vorbei, dann habt Ihr schon einmal eine Vorahnung wie es werden könnte. Hätten uns die Herren und Damen der Politik doch zeitgleich mit dieser „emotionslosen“ Gesetzgebung wenigstens eine Pfandregelung für diesen Leuchtmitteltyp verordnet, wäre es ja halb so schlimm. Aber so ist das Verbot ziemlich unsinnig und wenig ausgereift. Wir sehen derzeit noch keine alternative zur herkömmlichen Glühbirne und werden uns mächtig etwas auf Lager legen. Ähnlich einfühlsam gehen wir mit den Rezessionsandrohungen um. In diesem Jahr zumindest konnten wir im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten unserer soziales Engagement (Hannah-Stiftung und Kronos e.V.) noch finanzieren, und derzeit sieht es für das nächste Jahr nicht schlechter aus. Und natürlich gönnen wir uns am Jahresende auch immer eine schöne Weihnachtsfeier.

Mario Kotaska

Mario Kotaska

Wie ich es von meinem alten Meister (Wer gut arbeitet muss auch gut Essen!) übernommen habe, waren wir dieses Jahr traditionell im La Societe (Für Nichtkölner: Wenn man in Köln etwas zum zweiten Mal macht = Tradition) und haben uns von den Küchenchefs Mario Kotaska und Dominic Jeske kulinarisch verwöhnen lassen. Besonder Dank noch einmal an Restaurantleiter des Abends Sascha Bauer, sowie das komplette Team für einen mehr als gelungenen Abend, bei perfektem Service. Wer seinen Kollegen und sich mal etwas richtig gutes gönnen möchte, dem sei folgendes Menue ans Herz gelegt:

Amuse gueule

~

Garnele So und So mit Schweinecrossie,

Topinambur und grünem Apfelchutney

~

Kabeljau im Lardo gebraten

auf geräuchertem Kartoffelrisotto und Estragon

~

Fruchtiges Intermezzo

~

Brust und Keule von der Oldenburger Ente

mit Ingwer-Rotkraut und Petersilienpurée

~

Lauwarmes Schokoladentörtchen mit Bratapfel-Rahmeis

und Cassis-Zabaglione

Also liebe Rezession, abschließend hoffen wir das Du uns auch zukünftig erspart bleibst. Und wenn Du uns besuchst, dann haben wir vorher wenigstens verdammt gut gegessen. Und mit gefülltem Bäuchlein werden wir schon mit Dir fertig. In diesem Sinne auf ein ereignisreiches 2009!

Für Nichtkölner gibt es die kulinarischen Köstlichkeiten auch in gedruckter Variante. Leider mit dem Nachteil das dieses Druckwerk vom Leser eine gewisse Aktivität verlangt, bevor man sich an gefüllten Tellern erfreuen darf.

Der Kölner und die Rezession


Freitag, Dezember 26, 2008

Trotz der gerade gelebten besinnlichen Tage, erfassen unsere Augen und Ohren doch hier und da einmal die aktuellen Nachrichten. Und es ist kaum zu glauben, selbst in diesen erfreulichen Tagen ist man umringt von Pessimisten und Miesmachern, welche einem unaufhörlich nahelegen das alles noch schlimmer kommen wird.
So warnt das IfW Kiel am 22.12. in der FAZ gar vor: Deutschland vor schwerster Rezession in Nachkriegszeit. Reuters meldet am „Heiligen Abend“ das Japan mit einem Rekordhaushalt von 700 Milliarden Euro gegen die böse Rezession ankämpft, und  das – wen überrascht das jetzt noch – die USA immer tiefer in die Rezession rutschen.
Bei all diesen Meldungen, kann die Menschheit sich wirklich an der Existenz der Kölner erfreuen. Kölner? Genau!  Die Erdenbewohner in deren Stadtzentrum sich erst vor wenigen Wochen viele rechtsgesinnte Anreisende zu einer Kundgebung treffen wollten. Auch hier war es beim Versuch geblieben, weil der Kölner an sich es bestens versteht Probleme mit viel Engagement und Frohsinn aus der Welt zu schaffen. Schon kurz vor Düsseldorf bezeichnet man diese gesellschaftliche Auffälligkeit als „kölsche Art“. Wen wundert es da, dass ausgerechnet das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft in der Süddeutschen Zeitung mit einer Vielzahl neuer Stellen rechnet. Bösartige Zungen werdern nun behaupten, dass die Kölner bereits kurz nach Sylvester mit Ihrem Karnevalssitzungen beginnen, und sich bis Aschermittwoch nicht die Laune vermiesen lassen wollen.
Kann man sehen wie man möchte, aber wenn man sich nur einmal die häufig genannten Zahlen von Hunderten von Milliarden auf der Zunge zergehen lässt, kann man doch wirklich nur noch lächeln.

Zur Erinnerung: Eine (in Zahlen: 1)  Milliarde Euro entspricht tausend (in Zahlen: 1000) Millionen Euro. Das klingt doch schwer nach einer späten Reputation für Hilmar Kopper, dessen „Peanuts“ es im Zusammenhang mit Jürgen Schneider gar zum Unwort des Jahres 1994 geschafft haben. Da versteht man doch heute, was der Mann seinerzeit zum Ausdruck bringen wollte.

Also mal Ehrlich…  Wer würde sich heute noch ernsthaft über einen Fehlbetrag von 50 Millionen Deutsche Mark, also (ca. 25 Millionen Euro) aufregen? Die Kölner mit Sicherheit nicht, zumal Jürgen Schneider mit den Geldern echt einige schmucke Objekte errichtet hat, also attraktive Bausubstanz – die in Köln nicht so häufig vorkommt.

Bleibt nur die Frage, wo all die Milliarden die da gerade in den Verkehr gebracht werden bleiben, und ob diese denn auch die Menschen erreichen und somit die Wirtschaft wieder stärken. Oder ob wohl möglich, wie der Volksmund sagt, schlechtem Geld noch gutes hinterher geworfen wird. Das etwas im System nicht stimmen kann, sollte jedem aufgefallen sein der die Bezeichnung „Aufstocker“ im Wortschatz führt. Bei den sogenannten Aufstockern handelt es sich teilweise um Menschen, die einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, aber dennoch Beihilfen des Staates benötigen um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Respekt, wenn man da noch jeden Tag zur Arbeit geht, denn die berufliche Tätigkeit sollte eigentlich im Idealfalle etwas mit Freude und Erfüllung zu tun haben.

Wie man die zu erwartenden Probleme begegnen kann, ist mir auch ein Rätsel. In der kleinen Welt der LightLife werden wir es weiterhin mit Engagement und der Umsetzung von guten Ideen versuchen. In der Berliner Politik hoffe ich, dass die Damen und Herren die richtigen Wege einschlagen und das sich Bundesfinanzminister Peer Steinbrück noch lange halten kann. Ob er seine Kollegen über die richtigen Rezepte verfügen, und es ihnen gelingt diese auch zu verordnen, wird die Zukunft zeigen. Wenn man die Aussagen von  Herrn Steinbrück im Bundestag verfolgt, gewinnt man den Eindruck, dass die Entschlossenheit und die Strategien des Mannes weniger wahlkampftaktische Hintergründe haben. Genau genommen glaubt man ihm seine Aussagen und Einschätzungen, was zumindest bei mir Vertrauen weckt. Und dies ist doch schon mehr als ein erster Schritt, denn der Mangel an Vertrauen, speziell bei Banken scheint doch eine wesentliche Ursache der derzeitigen Missstände zu sein.

Als Kölner ist man ja geneigt, die Vorgänge in der Welt etwas gelassener zu sehen. Getreu dem Motto „Et kütt wie et kütt“ (Es kommt wie es kommt…) und, „Et hätt noch immer jot jejange“ (Es ist noch immer gut gegangen…) kann man sich die Welt schön reden. Und sollte doch alles anders kommen als man denkt, kann man es ja dann immer noch halten wie René Weller es einmal sinngemäß formuliert haben soll: „Da wo ich bin ist oben, und wenn ich mal nicht oben bin, dann ist unten eben oben.“