Skip to Content Skip to Search Go to Top Navigation Go to Side Menu


Wenn Lieferanten versagen…


Dienstag, August 10, 2010

Zeitweise ist es zum Haare raufen. Man macht Planungen, Probeaufbauten, und entscheidet sich letztlich für ein Produkt. Natürlich nur wenn einem der Lieferant vorab unter anderem die Lieferzeiten und die Konfigurationsvarianten zugesagt hat.

Soweit der Standard. Diesmal kam es aber ganz anders. Sozusagen ab dem Tage der offiziellen Auftragsbestätigung und Bestellung durch uns. Weder die abgesprochenen Lieferzeiten, noch die entsprechende Kabelkonfiguration konnte plötzlich bestätigt werden. Obwohl wir bereits Anfang Mai die erforderlich Anzahl von einigen tausend LED`s bestellt (Wegen Einhaltung der Lieferzeit…) hatten. Das Leben ist halt voller Überraschungen.

Aber was könnte uns in der LightLife schon in Unruhe versetzen? Kurzerhand haben wir unsere konstruktive Wunderwaffe Florian Kick aktiviert. Und wie zu erwarten, hatten wir in kürzester Zeit einen CNC-gefrästen-6-channel-cable-cutter mit manueller 3 KG-Trennhammerbedienung. Natürlich aus dem vollen Alublock gefertigt…

Das Gerät trennt das leidige Flachbandkabel nun in seine Einzeladern auf, die dann von uns in detaillierter Kleinarbeit mit spritzwassergeschützten Steckverbindern ausgestattet wurden.

Es ist immer gut, wenn man sich auf Zusagen verlassen kann! Aber was soll das Jammern, schließlich sind wir die LightLife!

Und da werden Probleme nicht mit Titeln in der Visitenkarte geschmückt, sondern gelöst. Und dem ersten Fassadenelement wurde gestern bereits Leben eingehaucht…

Wir werden wieder gewinnen! Und beim nächsten mal: Augen auf bei der Lieferantenwahl, auch wenn es sich um etablierte Hersteller handelt…

Transparente Kommunikation in der Architektur


Sonntag, Januar 4, 2009

Das Jahr hat noch nicht richtig begonnen, gibt es auf der diesjährigen BAU 2009 in München (12.-17. Januar) bereits echte Innovationen zu betrachten die den allgemeinen Rezessionsbefürchtungen deutlich widersprechen. Die Technik und die Informationen welche zukünftig auf der Website der Kooperation Powerpixxel dargestellt werden, könnten Designer- und Architektenherzen deutlich höher schlagen lassen.

Zentraler Inhalt der Kooperation ist das Thema „Medienfassade“, also  Kommunikation in der Architektur. Das Thema selbst ist nicht sonderlich neu, so sind zahlreiche Realisationen und Entwürfe auf der Website der Wiener media architecture group zu betrachten, die Ende letzten Jahres auch das erste Festival zum Thema in Berlin organisierte. Inhaltlich sind Medienfassaden nicht unumstritten, da nicht alle Installationen so stilvoll daherkommen wie „SPOTS“ von Reality:United. Auf der temporären Installation wurden die Inhalte über den Zeitraum von 18 Monaten von unterschiedlichsten Künstlern gestaltet.  Selbst anerkannte Klangkünstler wie SCHILLER nutzten die Möglichkeiten und verewigten das Ergebnis auf DVD (TAGTRAUM). Interessierte Leser finden den Titel „Drifting And Dreaming“ mit Jette von Roth auch auf Youtube.

Distanziert man sich in der Betrachtung einer Medienfassade von der Wertigkeit der dargestellten Inhalte, verbleibt ein Blick auf die nüchterne Betrachtung der technischen Möglichkeiten. Da das Medium Licht für das menschliche Auge nicht sichtbar ist müssen entweder Reflexionsflächen geschaffen werden, oder mit zum Beispiel der kleinteiligen LED-Technik eine hohe Anzahl selbstleuchtender „Pixel“ in die Fassade eingebracht werden.

Projektionsflächen mit Diffusionsfolie oder Leinwandsegmenten haben den entscheidenden Nachteil, dass eine Fassade dann auch wirklich nur als Medienfassade genutzt werden kann. Und dies auch nur in den Abendstunden, da das reguläre Tageslicht jeder Projektionstechnik weit überlegen ist.  Möchte man als Architekt eine Medienfassade realisieren, und seinem Auftraggeber die Möglichkeit einräumen auch mal aus dem Fenster schauen, oder sich gar am einfallenden Sonnenlicht zu erfreuen, bleibt nur der Griff zur LED-Technik. Dadurch das der Betrachter direkt in die Lichtquelle schaut funktionieren je nach genutzten LED-Produkten und Pixelpitch derartige konzipierte Medienfassaden auch in der normalen Tagesansicht.

Nachteil hier ist, neben dem beinah unüberschaubaren Angebot an LED-Technik, die mechanische und elektrische Montage innerhalb oder außerhalb des Bauvorhabens. Im Vergleich mit vollständig geschlossenen Reflektionsflächen  können die Nutzer der Immobilie später zwar die Außenwelt in Augenschein nehmen, aber der leichte Beigeschmack von „gesiebter Luft“ ist durch das mehr oder weniger dichte Netz von erforderlichen Bildpunkten nicht zu verleugnen.

Um der Wunschvorstellung der Architekten oder Bauherren zu folgen, benötigt man letztlich Klarglas in diversen Größen, welches sich Problemlos in existente Trägersysteme einbringen lässt, und auf Knopfdruck Bilder oder Filmbeiträge reproduziert. Die Grundlage für das ersehnte Material wurde von Karl Otto Platz bereits vor Jahren erfunden (Siehe auch Beitrag „Glasfassaden mit LED-Technik“ in diesem Weblog). Weltweit wurden seit 2002 laut  Karl Otto Platz bereits ca. 15.000 qm „Powerglass“ installiert.

Als technische Weiterentwicklung gegenüber früheren Installationen, sind die im Glas eigelassenen und beidseitig abstrahlenden LED´s nun bei Bedarf einzelnen steuerbar. Das besondere Produktionsverfahren des Powerglasses lässt den Betrachter hinsichtlich der technischen Funktion aber schnell an Magie oder Zauberei glauben, da nach wie vor keine Kabel oder sonstigen elektrischen Bauteile sichtbar werden.

Um die neue Technologie in der täglichen Baupraxis auch komfortabel anzuwenden, waren weitere Schlüsseltechnologien erforderlich. Somit festigte sich zunehmend die Idee der Kooperation Powerpixxel, ein Zusammenschluss von den Betrieben Etzel (Fassadenentwicklung, Produktion und Montage), FEAL (Presswerk) und Glas-Platz (Powerglass). „Investoren haben mit der Kooperation Powerpixxel als entscheidenden Vorteil nur einen einzigen Dienstleister  für die Gebäudehülle. Die  Etzel-Ingenieure schließen die vorgefertigten Einheiten betriebsfertig an“, so Heiko Etzel.

Diese Konstellation könnte in der Praxis Erfolg haben, da für interessierte Bauherren oder Investoren nun eine kalkulierbare Gesamtlösung erhältlich ist. So nehmen die speziell entwickelten Trägersysteme nicht nur statisch das Powerglass auf, sondern verbergen ebenfalls unsichtbar die erforderliche Spannungsversorgung der LED`s.  Man darf gespannt sein, ob mit der nun existenten Konstellation von Fachbetrieben neue „Ansichten“ in die Städte einziehen. Erstmals in der Öffentlichkeit vorstellig wird Powerpixxel auf der BAU 2009 mit einer eigens gebauten Musterfassade im repräsentativen Außenbereich der Messehallen. Von dem Probeaufbau (Programmierung: Andreas Barthelmes/LightLife) dürften wir bereits eine erste Aufnahme auf Youtube veröffentlichen:

Obwohl mit dem derzeitigen Stand der Technik bereits gewaltige Fortschritte gegenüber herkömmlichen Medienfassaden getätigt werden konnten, ist die Darstellung zur Zeit noch einfarbig. Für die zweite Jahreshälfte 2009 ist die Präsentation einer Medienfassade aus Powerglass in vollständiger RGB-Darstellung geplant. Allerdings sind Architekten zu meiner Freude oft auch Ästheten, womit sich die Frage aufdrängt, ob nicht auch eine einfarbige Glasfassade eine Stadtansicht aufwerten könnte.