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LinkedIn greift Xing in Deutschland an


Freitag, August 22, 2008

Reid HoffmannDie US-Business-Community LinkedIn soll Ende 2008 auch in Deutschland starten. Dies erklärte Gründer Reid Hoffman gegenüber dem Internetmagazin „Tomorrow„. Der Start hierzulande wird kein leichtes Unterfangen sein, beherrscht doch Xing derzeit den deutschen Markt. Dessen ist sich auch Reid bewusst. „Sie haben zurzeit ein größeres Netzwerk in Deutschland. Und ein großes Netzwerk ist bei Geschäftsbeziehungen sehr wertvoll“, gesteht er ein. Dennoch gibt sich Reid kämpferisch. In Europa habe LinkedIn mehr Mitglieder als der Konkurrent und die Community biete mehr Features.

Ein weiterer Grund für sein Selbstbewusstsein dürfte die Finanzspritze von 53 Millionen US-Dollar sein, die das Netzwerk jüngst unter der Führung des neuen Investors Bain Capital Ventures erhalten hat. Zu den weiteren Kapitalgebern gehören Sequoia Capital, Greylock Partners und Bessemer Venture Partners. Bereits im Juni kündigte Kevin Eyres, European Managing Director von LinkedIn, eine internationale Expansion an: „Europa ist ein wesentlicher Teil unserer Wachstumsstrategie. Die neue Finanzierungsrunde versetzt uns in die Lage, noch stärker in den europäischen Markt zu investieren, in dem professionelles und internationales Networking sowie der Austausch von Business-Wissen immer wichtiger wird.“ bn

Zur Originalnachricht auf Horizont.net
Weitere Meldung zum Thema auf wuv

Die Qual der Wahl bei digitalen Netzwerken


Samstag, August 9, 2008

Sie heißen Xing (ehemals Open BC) oder LinkedIn und positionieren sich als Business-Portale im Netz. Ob sich durch diese Medien tatsächlich sinnvolle Kontakte knüpfen lassen, bleibt abzuwarten. Da kann ich derzeit auch wenig urteilen, weil ich auf Einladung eines bereits existenten Xing-Teilnehmers nun erst seit drei Tagen den Dienst nutze.
Was aber auffiel, war das die einladende Person seit mindestens zwei Jahren keinen persönlichen Kontakt zu mir hatte. Man meldet sich kostenlos an, und kommt für die Dauer von 30 Tagen als Premium-Mitglied (regulär € 5,95/Monat) in den Genuss wiederum auf Menschen zu treffen, mit denen man länger keinen Kontakt mehr hatte, die man aber auch nicht missen möchte. Und eh man sich versieht, hat man ca. 40 Menschen kontaktiert und in seinem persönlichen Netzwerk gespeichert, von denen dann einige auch direkt einmal anrufen weil man lange nichts mehr voneinander gehört hat.

Gegenüber den digitalen Adressbüchern wie Plaxo, welche sich direkt mit Microsoft Outlook synchronisieren lassen, verraten die Portale LinkedIn und Xing noch Details zum beruflichen Werdegang der Teilnehmer. Bei Personalfragen sicherlich ein sinnvolle Hilfestellung. Die visuelle Aufmachung der Portale ist für meinen Geschmack bei Xing etwas attraktiver. So als Augenmensch gefällt insbesondere die direkte Darstellung von Passbildern der jeweiligen Teilnehmer. Welche nun die sinnvollste der aufgeführten Applikationen ist, unterliegt der Beurteilung der jeweiligen Anwender. Das größere Netzwerk scheint mit 25 Millionen Teilnehmern weltweit LinkedIn zu sein. Xing gibt an derzeit sechs Millionen Teilnehmer zu beherbergen, bietet aber den entscheidenden Vorteil in inzwischen 16 Sprachen verfügbar zu sein. Neben der Tatsache, dass ich gerne in der Muttersprache kommuniziere, dürfte diese Sprachvielfalt auch gerade bei der Kontaktpflege mit dem japanischen Sprachraum einen Vorteil darstellen. LinkedIn bietet neben der englischsprachigen Website nur noch eine Beta-Version in Spanisch.

Wenn man die grundsätzlichen Gedanken zu viel diskutierten Datenschutz mal außer acht lässt, was sich mit den unzähligen Kundenkarten die die Menschen so mit sich rumtragen, oder peinlichen Photos die so mancher ins Internet stellt ohnehin erledigt hat, sollte man sich aber im Klaren darüber sein das auf diesen Portalen eine Menge eigentlich sehr sensibler und immer aktueller Angaben kundgetan werden. Trägt man also brav alle seine existenten und weniger präsenten Kontakte ein, um möglichst viele Lichtbilder zu sammeln, veröffentlicht man gegenüber jedem Teilnehmer seines Netzwerkes sämtliche Anschriften und Rufnummern von Kunden, Lieferanten und gar dem geliebten Presseverteiler. Mal ganz davon abgesehen, dass man eventuell gefragt wird, warum man denn aus „beruflichen Gründen“ noch mit der Ex-Frau oder der Ex-Freundin in Kontakt stehen müsse. Das muss man schon wollen.

Aber auch hier dürfte das richtige Leben wieder aktiv werden. Ein wirklicher Kontakt ist eben etwas mehr als Name, Anschrift und Rufnummer. „Wertvolle“ Kontakte wachsen über Jahre, und beinhalten neben der erforderlichen Sympathie, oft einige beiderseitige persönliche Ereignisse um wirklich zu einem wertvollen Kontakt zu erwachsen. Und schließlich entscheidet jeder selbst, wer mit welcher Datentiefe zum Kreise des Netzwerkes gehören soll.

Ein echter Nachteil ist allerdings das die Portale noch einmal zusätzliche Postfächer beinhalten, die erst mit der Einwahl auf die Plattform sichtbar werden. Wer also Spaß mit diesen Systemen haben möchte, sollte gleich die normale Mailanschrift nutzen. Dem Empfänger wird es gefallen. Eine persönliche Freude wäre es jetzt noch, wenn sich all diese nützlichen Werkzeuge unter einen Hut bringen lassen würden.
Oder deutlicher formuliert, wenn eine Software verfügbar wäre die sämtliche Informationen miteinander, und auch gleich mit dem Mobiltelefon und Microsoft Outlook synchronisiert.
Nichts ist nerviger als die eigenen Kontakte gleich in mehrere Portale einzuladen. Aber nüchtern betrachtet gibt es ja auch mehr als eine Variante Kraftfahrzeug. Und das gefällt mir eigentlich schon ganz gut…