Trotz der gerade gelebten besinnlichen Tage, erfassen unsere Augen und Ohren doch hier und da einmal die aktuellen Nachrichten. Und es ist kaum zu glauben, selbst in diesen erfreulichen Tagen ist man umringt von Pessimisten und Miesmachern, welche einem unaufhörlich nahelegen das alles noch schlimmer kommen wird.
So warnt das IfW Kiel am 22.12. in der FAZ gar vor: Deutschland vor schwerster Rezession in Nachkriegszeit. Reuters meldet am “Heiligen Abend” das Japan mit einem Rekordhaushalt von 700 Milliarden Euro gegen die böse Rezession ankämpft, und das – wen überrascht das jetzt noch – die USA immer tiefer in die Rezession rutschen.
Bei all diesen Meldungen, kann die Menschheit sich wirklich an der Existenz der Kölner erfreuen. Kölner? Genau! Die Erdenbewohner in deren Stadtzentrum sich erst vor wenigen Wochen viele rechtsgesinnte Anreisende zu einer Kundgebung treffen wollten. Auch hier war es beim Versuch geblieben, weil der Kölner an sich es bestens versteht Probleme mit viel Engagement und Frohsinn aus der Welt zu schaffen. Schon kurz vor Düsseldorf bezeichnet man diese gesellschaftliche Auffälligkeit als “kölsche Art”. Wen wundert es da, dass ausgerechnet das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft in der Süddeutschen Zeitung mit einer Vielzahl neuer Stellen rechnet. Bösartige Zungen werdern nun behaupten, dass die Kölner bereits kurz nach Sylvester mit Ihrem Karnevalssitzungen beginnen, und sich bis Aschermittwoch nicht die Laune vermiesen lassen wollen.
Kann man sehen wie man möchte, aber wenn man sich nur einmal die häufig genannten Zahlen von Hunderten von Milliarden auf der Zunge zergehen lässt, kann man doch wirklich nur noch lächeln.
Zur Erinnerung: Eine (in Zahlen: 1) Milliarde Euro entspricht tausend (in Zahlen: 1000) Millionen Euro. Das klingt doch schwer nach einer späten Reputation für Hilmar Kopper, dessen “Peanuts” es im Zusammenhang mit Jürgen Schneider gar zum Unwort des Jahres 1994 geschafft haben. Da versteht man doch heute, was der Mann seinerzeit zum Ausdruck bringen wollte.
Also mal Ehrlich… Wer würde sich heute noch ernsthaft über einen Fehlbetrag von 50 Millionen Deutsche Mark, also (ca. 25 Millionen Euro) aufregen? Die Kölner mit Sicherheit nicht, zumal Jürgen Schneider mit den Geldern echt einige schmucke Objekte errichtet hat, also attraktive Bausubstanz – die in Köln nicht so häufig vorkommt.
Bleibt nur die Frage, wo all die Milliarden die da gerade in den Verkehr gebracht werden bleiben, und ob diese denn auch die Menschen erreichen und somit die Wirtschaft wieder stärken. Oder ob wohl möglich, wie der Volksmund sagt, schlechtem Geld noch gutes hinterher geworfen wird. Das etwas im System nicht stimmen kann, sollte jedem aufgefallen sein der die Bezeichnung “Aufstocker” im Wortschatz führt. Bei den sogenannten Aufstockern handelt es sich teilweise um Menschen, die einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, aber dennoch Beihilfen des Staates benötigen um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Respekt, wenn man da noch jeden Tag zur Arbeit geht, denn die berufliche Tätigkeit sollte eigentlich im Idealfalle etwas mit Freude und Erfüllung zu tun haben.
Wie man die zu erwartenden Probleme begegnen kann, ist mir auch ein Rätsel. In der kleinen Welt der LightLife werden wir es weiterhin mit Engagement und der Umsetzung von guten Ideen versuchen. In der Berliner Politik hoffe ich, dass die Damen und Herren die richtigen Wege einschlagen und das sich Bundesfinanzminister Peer Steinbrück noch lange halten kann. Ob er seine Kollegen über die richtigen Rezepte verfügen, und es ihnen gelingt diese auch zu verordnen, wird die Zukunft zeigen. Wenn man die Aussagen von Herrn Steinbrück im Bundestag verfolgt, gewinnt man den Eindruck, dass die Entschlossenheit und die Strategien des Mannes weniger wahlkampftaktische Hintergründe haben. Genau genommen glaubt man ihm seine Aussagen und Einschätzungen, was zumindest bei mir Vertrauen weckt. Und dies ist doch schon mehr als ein erster Schritt, denn der Mangel an Vertrauen, speziell bei Banken scheint doch eine wesentliche Ursache der derzeitigen Missstände zu sein.
Als Kölner ist man ja geneigt, die Vorgänge in der Welt etwas gelassener zu sehen. Getreu dem Motto “Et kütt wie et kütt” (Es kommt wie es kommt…) und, “Et hätt noch immer jot jejange” (Es ist noch immer gut gegangen…) kann man sich die Welt schön reden. Und sollte doch alles anders kommen als man denkt, kann man es ja dann immer noch halten wie René Weller es einmal sinngemäß formuliert haben soll: “Da wo ich bin ist oben, und wenn ich mal nicht oben bin, dann ist unten eben oben.”