Skip to Content Skip to Search Go to Top Navigation Go to Side Menu


Antonius und die 12 Apostel


Freitag, November 28, 2008

Tolles Wetter mit Sonnenschein, beinahe 30 Grad, und ein Mietwagen mit Navigationssystem – da lässt sich die Freizeit ja echt genießen. Da Folge ich doch gerne dem Rat meiner Freundin die 12 Apostel aufzusuchen, welche an der Great Ocean Road ein echter Publikumsmagnet sind. Außerdem mache ich eh nichts lieber, als in den Abendstunden an einer Küste sitzen, und bei einer Kombination aus Rotwein und frischen Meeresfrüchten den Sonnenuntergang zu beobachten. Dem Internet habe ich entnommen, dass die 12 Apostel wohl zwischen Princetown und Port Champbell liegen müssen. Also rein ins Auto und mal sehen was die nächsten drei Stunden so bringen. Die Autofahrt ist stellenweise sehr angenehm. Landschaftlich recht ansprechend und die Radiosender spielen überwiegend Musik, und auch noch echt gute. Nicht wie bei uns, wo die Sender uns mit permanenten News und schlechten Witzen bei der Stange halten wollen. Dennoch sind drei Stunden Landstraße nicht ohne Anstrengung, so dass ich zunehmend Vorfreude auf das Abendessen entwickelte. Dann war es endlich so weit. Princetown war erreicht!
Und nun seht selbst. Die Aufnahme auf der linken Seite zeigt den Ort Princetown in seiner ganzen Pracht und Größe. Also erst mal nichts mit romantischen Fischerdörfern und so…
Nun ja das Bauwerk beinhaltet die örtliche Post, die örtliche Tankstelle, die Touristeninformation und ein Cafe. Also erst einmal in Cafe. Eine echt freundliche Dame (die Menschen in Victoria sind im allgemeinen sehr Gastfreundlich) servierte mir für schlanke 9$ (ca. € 4,50) einen Milchkaffee und ein Stück selbstgemachten Kuchen. Meine Laune besserte sich ein wenig. Jetzt frisch gestärkt doch mal sehen was Port Champbell so zu bieten hat. Klingt ja schon ein wenig nach “Tor” oder “Hafen”.

Der Weg dorthin führte mich schon einmal an der Küste und den 12 Aposteln vorbei, doch das Kulturinteresse konnte gegen meine kulinarischen Vorstellungen zunächst nicht bestehen. Der interessierte Leser wird es schon ahnen, auch Port Champbell konnte meine kulinarischen Vorstellungen nicht befriedigen. Die Menschen hier leben nicht vom Fischfang, wie ich erhofft hatte, sondern sind überwiegend Farmer. Da bin ich nun also drei Stunden mit dem Auto unterwegs um mir ein paar Felsbrocken im Wasser anzusehen? Aber was will man machen? Jetzt wo ich einmal hier bin, schaue ich mir das auch mal aus der Nähe an. Also auf halbem Wege zurück, und rauf auf den Parkplatz. Kaum war ich ausgestiegen, fand ich mich von erstaunlich vielen deutschsprachigen

Menschen umgeben. Was war den das? Speziell bei Deutschen scheinen die 12 Apostel auf der Reiseliste ganz oben zu stehen. Vom Parkplatz bis zu den Felsformationen ist es zudem auch noch ein ordentliches Stück zu laufen, was wenn man eigentlich Hunger hat, auch nicht dazu beiträgt sich an den Steinhaufen zu erfreuen. Zusätzlich erschwert wurde die Wanderung durch eine extrem hohe Anzahl von Fliegen, welche mein weißes T-Shirt als ideales Raststätte ausgemacht hatten. Dann erblickten meine Augen in der Ferne aber eine Art “Rettung der Situation”, einen Hubschrauber. Nein welch Freude, ich hatte ein neues Ziel vor Augen. Es dauerte nicht lange bis ich das angestrebte Ziel erreicht hatte. Auch aus finanzieller Sicht war das

Angebot mehr als attraktiv. Einen Rundflug über die 12 Apostel gibte es schon für etwas unter 100$, was umgerechnet ca. € 50 entspricht. Das Problem, wenn man alleine unterwegs ist, ist dann aber ein ganz anderes. So ein Flug lohnt sich für die Anbieter nur wenn mindestens zwei, und höchstens drei Personen so einen Helikopter belegen. Und zum aktuellen Zeitpunkt wollte außer meiner Wenigkeit keine diese bequeme Art der Landschaftserkundung wahrnehmen. Also wurde ich mit kostenlosem Wasser und Kaffee gebeten etwas zu warten, und konnte etwas mit den Piloten sprechen. Nach dem ich verraten hatte, dass ich aus Deutschland komme, fragten sie mich auch gleich ob es für Deutsche besonders preiswert sei nach Australien zu reisen. Es seien so viele Deutsche vor Ort, was mir ja auch schon aufgefallen sei. Und das sie selbst auch mal gerne nach Europoa reisen möchten, dass dies aber so teuer sei. Verständlich bei dem Wechselkurs. Für uns kostet so ziemlich alles gerade die Hälfte, während aus der Perspektive eines Australiers alles doppelt so teuer erscheint. Jedenfalls wollte seine Frau unbedingt einmal nach Paris… Tja, welche Frau nicht… Und was ich den so empfehlen würde. Ich habe dann zu Italien oder Spanien geraten, wo man in Küstennahen Gegenden verdammt gut Essen könne… Er brachte es dann auch gleich auf den Punkt. Zwischen hier (also den 12 Aposteln) und Melbourne wäre eigentlich nichts außer Wald und Kängurus. Dann ging plötzlich die Tür auf und ein Pärchen stand im Raum, die ebenfalls fliegen wollten. Zum einem Erstaunen dann auch keine Deutschen, sondern Kanadier. Das warten hatte sich echt gelohnt. Das war aus der Luft betrachtet schon eine verdammt schöne Ansicht.

Nach knapp 30 Minuten Rundflug standen wir bis auf den Piloten doch alle recht beeindruckt von der Landschaft wieder auf dem Rasen. Jetzt also wieder Richtung Melbourne, wo ich irgendwo an der Great Ocean Road noch ein Restaurant finden sollte. Zur Rückreise aber später mehr…