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Erläuterung des Geschäftsmodells der Firma DIMOCO


Freitag, August 23, 2013

Wie in meinem letzten Beitrag zum Thema DIMOCO beschrieben, hatte ich bei der Düsseldorfer Rechtsanwaltgesellschft Beiten Burkhardt angefragt, ob die mir zugesandte Erläuterung des Geschäftsmodells DIMOCO ebenfalls in diesem Blog veröffentlichen darf. Rechtsanwalt Mathias Zimmer-Goertz hat mir die Veröffentlichung gestattet, womit sich nun jeder interessierte Leser einen eigenen Eindruck verschaffen kann.

Hier findet sich die Erläuterung des Geschäftsmodells zum Download

Zu dieser Erläuterung fallen mir einige Anmerkungen ein, auf die ich in einem späteren Beitrag noch näher eingehen werde. Derzeit fehlt es mir ein wenig an freier Zeit, wird aber nachgeholt.

Deutsche Telekom, DIMOCO und das leidige Erotik-Handy-Abo


Sonntag, August 11, 2013

In meinem Beitrag vom 11.06.2013 hatte ich ausführlich über die Auseinandersetzung mit der Deutschen Telekom und der DIMOCO Germany GmbH berichtet. Bis letzten Freitag dachte ich eigentlich, dass Thema sei erledigt.

Die Deutsche Telekom hatte uns zwischenzeitlich eine Gutschrift in Höhe von netto € 72,- zukommen lassen, womit ich das Thema zu den Akten legte.

Letzten Freitag erreichte mich, vorab via Mail, ein Schriftsatz von einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei. Laut dem Schriftsatz ist eine Textpassage meines Beitrages rechtswidrig gemäß § 824 BGB. Inhaltlich würde ich der Dimoco Germany GmbH in erheblichem Umfang ein strafrechtlich relevantes Verhalten unterstellen.

Weiterhin wurde ich aufgefordert den Beitrag umgehend, spätestens bis zum 15. August 2013, 16 Uhr zu löschen. Sollte ich der Forderung nicht nachkommen, wäre die Dimoco Germany GmbH berechtigt, mich bezüglich des Beitrags abzumahnen und zur Abgabe einer strafbewährten Unterlassungserklärung aufzufordern.

So weit, so gut. Was man der Kanzlei und der Dimoco Germany GmbH zu Gute halten muss, ist die Tatsache, dass es sich bei dem Schreiben bisher nur um einen Schriftsatz handelt, der mit keinerlei Kosten verbunden ist. Also keine kostenpflichtige Abmahnung, was bei derartigen Auseinandersetzungen nicht unüblich ist.

Inhaltlich konnte ich der Argumentation jedoch nicht folgen. Genau genommen gab es in dem kompletten Text nur ein einziges Wort, welches strittig sein könnte. Hier müsste ein Gericht entscheiden ob es sich bei meiner Darstellung um freie Meinungsäußerung oder um eine Tatsachenbehauptung handelt.

Hier haben die Gerichte in der Vergangenheit recht unterschiedliche Urteile gefällt, käme also auf einen Versuch an. Würde ich eine Feststellungsklage anstreben hätte ich zumindest Einfluss auf den Ort der Gerichtsverhandlung.

Aber bitte Dimoco Germany GmbH, dass bringt uns doch hinsichtlich der Kernproblematik wirklich nicht weiter. Somit habe ich das strittige Wort gegen ein anderes ersetzt, und folge somit Eurer Aufforderung.

Die Düsseldorfer Kanzlei hat mir weiterhin eine „Erläuterung Geschäftsmodell DIMOCO“ zukommen lassen. Diese würde ich gerne ebenfalls hier veröffentlichen, um die Standpunkte der Dimoco Germany GmbH interessierten Lesern zugänglich zu machen. Die Kanzlei habe ich bereits um offizielle Erlaubnis für die Veröffentlichung gebeten.

Abschließend komme ich zu dem Schluss, dass die Dimoco Germany GmbH sich offensichtlich über Beitrage wie meine ärgert. Aber statt Anwälte zu beauftragen um kritische Einträge in Blogs und Foren entfernen zu lassen, sollte man doch das Kernproblem der unberechtigten Forderungen lösen.

Sonst sehe ich Euer Geschäftsmodell langfristig wirklich gefährdet. Sollte sich da nicht schnell etwas ändern, werden die meisten Menschen eine komplette Drittanbietersperre einrichten lassen und Technologien wie NFC zum Zahlen via Handy nutzen.

Abschließend Danke ich dem Berliner Rechtsanwalt Thomas Meier, sowie dem Verein Antispam e.V. für die spontane und hilfreiche Unterstützung.

Erotik-Handy-Abo und wie Deutsche Telekom hilft sich gegen die Forderungen der Dimoco Germany GmbH zu wehren


Dienstag, Juni 11, 2013

Da staunte ich wirklich nicht schlecht, als eine Kollegin mir die April-Rechnung der Deutschen Telekom präsentierte. Offensichtlich hat einer unserer Mitarbeiter mehrmalig  „HandyContent ABO Erotik“ in Anspruch genommen, für schlanke € 4,99 die Woche.

Das sich die Kollegen solchen Freuden hingeben würden erschien mir äußerst fraglich. Eine kurze Eingabe bei Google brachte schnell Ergebnisse, bzw. zahlreiche Beschwerden zur Dimoco Germany GmbH. Zu meinem Erstaunen beschwerten sich selbst Mitarbeiter der Deutschen Telekom, die sich wie Anja Riedel wundern,  wie ihr Arbeitgeber mit den Kunden umgeht:

Abo-Abzocke: Dimoco | Beitrag von Anja Riedel

Wie es zum Abschluss solcher Abos kommt wird in einem Beitrag auf www.heise.de anschaulich erläutert.

Inkasso auf Fingertipp | Beitrag aus der CT

Wie kann man nun gegen die unberechtigte Forderung vorgehen und sein Geld zurück erhalten? Auch dazu finden sich im Netz einige Informationen:

Abofalle auf Telefonrechnung – was man tun kann | Rechtsanwalt Thomas Meier

Drittanbieter auf der Mobilfunkrechnung | Rechtsanwalt Thomas Hollweck

Bevor ich von dem Thema Kenntnis erhielt hatte sich die Kollegin sich schon via Mail bei der Dimoco Germany GmbH beschwert und um Erstattung der Beträge gebeten. Als Resonanz auf Ihr Mail erfolgte am gleichen Tag bereits die Antwort:

Sehr geehrte Damen und Herren,

DIMOCO entwickelt, betreibt und vermarktet einen Mobile Transaction Hub – einen ‚Knotenpunkt‘, der Anbindungen zu Mobilfunkprovidern bündelt. DIMOCO hat daher so genannte Anbindungsverträge mit Netzbetreibern abgeschlossen. Diese Infrastruktur stellt DIMOCO wiederum Unternehmen (Diensteanbietern) zum Versand von elektronischen Nachrichten und zur Abrechnung digitaler Inhalte zur Verfügung.

Nachrichten/Paymentaufträge werden somit nicht von DIMOCO sondern über deren Anbindungen versandt/gegeben. Diensteanbieter sind in allen Fällen die Businesskunden, die auch für den Dienst die Verantwortung tragen. Die Diensteanbieter bestimmen daher, an wen welche SMS/MMS gesandt wird und ob ein Bezahlvorgang abgewickelt wird. Sie sind dabei verpflichtet, alle gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Insbesondere dürfen die Diensteanbieter daher an niemanden SMS/MMS senden oder vergebühren, der dafür keine Zustimmung erteilte. Als Betreiber des Mobile Transaction Hub ist DIMOCO lediglich Dienstleister für die Businesskunden. Aufgrund der Verträge darf DIMOCO davon ausgehen, dass die Zustimmung zum Erhalt der SMS/MMS erteilt wurde, bzw. keine Vergebührung ohne vorherige Bestätigung des Kunden erfolgt.

 Hiermit übersende ich Ihnen einen Nachweis zur Abo Buchung. Eine Rückerstattung ist leider nicht möglich. Beachten Sie bitte, dass das Abo vom User vor Abschluss bestätigt werden muss. Ohne diese Bestätigungen ist kein Aboabschluss möglich. Vorab wird der User ausdrücklich und klar lesbar auf Widerruf, AGB, Preis und Abrechnungsmodus hingewiesen. Der User bestätigte seinen Kaufwunsch durch Klick auf den entsprechenden Link oder Bestätigungsbutton.

 Die Videoflatrate lässt sich ausschliesslich durch den o.g. Vorgang buchen. Es ist nicht möglich, diese per SMS, Briefpost, oder auf irgendeinem anderen Wege zu bestellen. Der Abschluss des Videoflatrate-Abos fand am 2013-04-20 um 11:16 statt.

Der Dienst wurde am 2013-05-15 gekündigt.

ACHTUNG: Um Sie vor unerwünschten Nachrichten zu schützen, haben wir Ihre Handynummer (für diese Mehrwertnummer) auf die Blacklist gesetzt. (Diese Sperre ist so lange aktiv, bis Sie aktiv eine SMS/MMS an eine Mehrwertnummer schicken.)

Wir hoffen, Sie damit unterstützt zu haben und verbleiben

Mit freundlichen Grüßen,

Call Center for your Mobile Services

E-Mail: info@mobile-info.cc

 

Ich staunte wieder nicht schlecht. Das war ja einfach. Und klingt ja fast so als würde Dimoco in unserem Sinne handeln. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass diese Mitteilung aus dem Hause Dimoco das Geschäftsmodell beschreibt.

Die meisten Geschädigten geben sich offensichtlich mit der Antwort zufrieden und sind zudem heilfroh eine schriftliche Abokündigung in den Händen zu halten. Da ist man mit knapp € 15,- ja noch einmal günstig weiterem Ärger entgangen…

Ich betrachte diese Vorgehensweise jedoch schlicht als  <Folgendes Wort wurde aus rechtlichen Günden ausgestauscht>  Abzocke und möchte die unberechtigt abgebuchten Beträge erstattet haben. Also erst mal handeln und ein Schreiben an die Telekom, mit Kopie an unseren Firmenkundenberater.

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit der Rechnung RENR: xxx wurden angebliche Leistungen der DIMOCO Germany GmbH in Höhe von 14,97 EUR an uns berechnet. Wir sind jedoch kein Vertragspartner der o. a. Firma und haben keinerlei Leistungen bezogen. Da Sie jedoch Vertragspartner der o. a. Firma sind, bitten wir Sie – mit einer Frist von 14 Tagen – uns einen detaillierten Nachweis über unseren angeblichen Vertragsschluss zukommen zu lassen. Ansonsten behalten wir uns eine Strafanzeige und ggf. weitere rechtliche Schritte vor.

Auf dieser Basis haben wir nun der von Ihnen am 17.05.2013 getätigten Lastschriftbuchung von unserem Konto widersprochen und die Zahlung zurückbuchen lassen. In der Folge haben wir Ihnen nun folgenden Betrag überwiesen:

Rechnungsbetrag:    532,12 EUR
Abzgl. DIMOCO        -14,97 EUR
Überweisungsbetrag 517,15 EUR

Im beigefügten .pdf können Sie den Zahlungsnachweis einsehen.

 

Die Deutsche Telekom reagierte umgehend mit einem inhaltslosen Standardschreiben, was in mir erneut den Blutdruck steigen ließ. Ich wandte mich via Mail erneut an den Geschäftskundenservice der Deutschen Telekom:

Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst vielen Dank für Ihr überflüssiges Standardschreiben, mit welchem Sie mir jetzt zusätzlich Zeit rauben. Fragen Sie doch mal kurz in Ihrer Rechtsabteilung nach, wer unser Vertragspartner ist. Für diese Erkenntnis benötigen sie nicht einmal einen Anwalt. Es steht Ihnen frei uns weiterhin zu belästigen, oder den Vorgang in unserem Sinne zu klären. Wenn ich mich noch weiter über diesen Vorgang ärgern muss, werde ich alle Verträge unseres Betriebes mit Ihrem Hause kündigen, ggfs. auslaufen lassen.

Weiterhin fordere ich Sie letztmalig auf uns bis zum 07.06.2013 die bereits von Herrn B. angeforderten Nachweise für diesen aus meiner Sicht platten  <Folgendes Wort wurde aus rechtlichen Günden ausgestauscht> Abzocksversuch zukommen zu lassen. Sollte die genannte Frist ohne Reaktion Ihres Hauses verstreichen, stelle ich Strafanzeige.

Auch hier musste ich nicht lange auf die Antwort nicht lange warten:

 

Sehr geehrter Herr Quodt,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Sie reklamieren die Drittanbieterkosten. Unsere bisherigen Antwort zu Ihrer Anfrage hat Sie noch nicht überzeugt. Wir bedauern dies. Wir haben zu diesem Thema alles noch einmal durchgesehen. Aus unserer Sicht haben sich die Fakten inzwischen nicht geändert. Eine andere Antwort können wir Ihnen daher auch heute nicht geben.

Uns ist bewusst, dass wir in diesem Fall nicht zu einer gemeinsamen Lösung kommen konnten und Sie wahrscheinlich mehr von uns erwartet haben. Dennoch können wir Ihnen leider keine andere Auskunft geben. Bitten setzen Sie sich mit dem Drittanbieter in Verbindung. Es tut uns leid, dass wir Ihnen dieses Mal nicht so entgegenkommen können, wie Sie es sich wünschen.

Mit freundlichen Grüßen
Dxxx Hxxx
Geschäftskundenservice

Diese Antwort und ein Schreiben von der Telekom war der Moment in dem ich vollständig die Contenance  verloren habe. Obwohl mir unser persönlicher Kundenberater bereits eine Erstattung des Betrages von € 15,- angekündigt hatte, um den Vorgang nicht weiter eskalieren zu lassen. Also noch einmal ein Mail an unseren Kundenberater, der im Gegensatz zu manchem dort beschäftigten noch Interesse an zufriedenen Kunden hat :

Freundlicher Herr Sxxx,
zunächst vielen Dank für Ihr Engagement in dieser leidigen Angelegenheit. Bitte seien Sie so freundlich und erhöhen die Gutschrift gleich um den Betrag von € 7,50, das ist der Betrag den die Telekom heute zusätzlich für die Rücklastschrift angemahnt hat. Da ich strikt gegen  Geschäftsgebaren von Firmen wie DIMOCO bin folge ich Ihrem Rat und werde dort noch einmal mit Frist nachfragen. Sollte, was zu vermuten ist keine Dokumentation oder Erstattung folgen, stelle ich Strafanzeige.

Was ich aber bei dem Vorgang wirklich bedenklich finde ist die Resonanz von Frau Hxxx aus dem Bereich Geschäftskundenservice. Würde diese Dame bei uns tätig sein, würde ich Ihren Arbeitsplatz umgehend neu besetzen. Wie kann man wegen unberechtigten € 15,- riskieren uns als Kunden zu verlieren, der wie wir jeden Monat mehrere hundert Euro Umsatz garantieren?

Die Antwort unseres Kundenberaters erfolgte schnell und für uns Zufriedenstellend:

Hallo Herr Quodt,
ich habe gerade meine Kollegen angeschrieben man möge Ihnen bitte auf der benannten Nummer 40 € netto als Teilnehmerguthaben einbuchen um die Kosten zu decken und den Ärger etwas zu kompensieren. Ich wünsche Ihnen schon mal ein schönes Wochenende. Viele Grüße

Heute erreichte mich dann die Rechnung der Deutschen Telekom für den Monat Mai. Die angekündigte Gutschrift über € 40,- fehlte leider auf der Rechnung. Dafür aber eine weitere Abbuchung der DIMOCO Germany GmbH über weitere 14,97 für Nutzung der Dienstleistungen bis zum Datum unserer Kündigung.

Nun gut, mit der Deutschen Telekom werden wir uns schon einig, da bin ich recht entspannt. Die  DIMOCO Germany GmbH hat uns bis zur gesetzten Frist noch keine prüffähigen Unterlagen für Ihre Dienstleistungen geliefert. Die Strafanzeige bei der Polizeiwache kostete weitere zwei Stunden Lebenszeit da die Beamten in NRW Anzeigen leider nicht online entgegennehmen konnten.

Zugegeben, aus kaufmännischer Sicht macht es wenig Sinn sich wegen der inzwischen € 30,- in diese Auseinandersetzung zu begeben. Aber es gibt so Dinge in unserer Gesellschaft die mir wirklich Pickel ins Gesicht treiben, und wogegen man etwas unternehmen muss.

Die Deutsche Telekom zeigt hier ein sehr enttäuschendes Bild. Und sie verdient vermutlich prächtig an derartigen Praktiken. Liebe Deutsche Telekom, dass finden wir geschmacklos und befremdlich. Für gute Leistung einen ordentlichen Preis zu zahlen ist völlig legitim, aber Geschäftskunden zu verprellen ist aus unserer Sicht ein gewagtes Spiel.

Abschließend lässt sich feststellen, dass man grundsätzlich bei seinem Anbieter eine „Drittanbietersperre“  einrichten sollte. Mal sehen wie sich die Geschichte noch entwickelt. Erstaunlich finde ich, dass eine solche Praxis in der Bundesrepublik möglich ist. Dieser Müll kostet ja nicht nur meine Zeit und Ärger, sondern auch die Arbeitszeit der Polizei, der Anwälte und Richter, die Mitarbeiter der Deutschen Telekom usw.  Alles Menschen, die Ihre Zeit eigentlich sinnvoll und produktiv einsetzen könnten….

Mal ganz abgesehen von den bei der Dimoco Germany GmbH beschäftigten Mitarbeitern. Da werden ja nicht nur Geschäftsführer tätig sein…  Wie tief muss man im Leben sinken um seinen Lebensunterhalt bei solchen Arbeitgebern verdienen zu müssen. Dann doch lieber stilvoll im Park sitzen und einen Hut aufstellen. Ein Traum wäre es natürlich, wenn diese Arbeitsplätze auch noch mit Steuergeldern gefördert wurden. Strukturschwache Region in der Arbeitsplätze geschaffen werden oder so ähnlich…