Das Leben ist zeitweise sehr gemein. Genau genommen heute und die letzten Tage. Die Menschheit außerhalb von Köln wird nicht nachvollziehen können, wie man sich fühlt wenn man an Karneval aus beruflichen Gründen kein Kölsch trinken kann.
Genau genommen muss man in diesen Tagen die Öffentlichkeit meiden, und sich im Büro einschließen um nicht unangenehm aufzufallen, so wie ich heute und die letzten Tage die Sachlage auch gemeistert habe.
Ziemlich hungrig auf dem Rückweg in die heimische Provinz erblickte ich dann aber kurz hinter dem Eisenwerk ein mir bekanntes Logo. Ob ich mich versehen habe?
Wenden, und zur Sicherheit noch einmal schauen. Nein, da steht es wirklich – Das Bratwerk!
Wenn das keine Belohnung für die Enthaltsamkeit ist. Wie im richtigen Leben. Wenn ich es nicht zum Bratwerk schaffe, dann kommt das Bratwerk halt zu mir. Das Jungendkulturhaus CULTRA verweigerte sich nicht dem Karnevalssonntag, der Tag an dem in Brühl immer der “D`r Zoch kütt!”, und feierte diesen Tag mit reichlich Kaltgetränken.
Also raus aus dem Auto und ran an die Currywurst. Von Mario war nichts zu sehen, aber die Currywurst eine echte Belohnung. Noch nicht ganz aufgesessen, kam Dominic um die Ecke, mit der Frage wo genau wir hier denn wären? Mario saß im Taxi, konnte dem Fahrer aber in Ermangelung des Straßennamens nicht genau erklären, was das finale Ziel der Fahrt sein sollte…
Jetzt musste ich aber echt aufpassen, dass dieser Abend nicht doch noch spaßig werden würde. Also besser schnell weg… Zwei Meisterköche in einer Bratwurstbude – am äußersten Rande von Brühl. Das Leben ist doch voller Überraschungen.
Da gönne ich mir zum Abschluss des Tages jetzt doch noch ein Glas Rotwein, um dann bei einer dieser Kronzucker-Dokumentationen auf N24 sanft zu entschlafen. Schließlich geht dieses Martyrium noch bis Mittwoch. Erst nach Aschermittwoch kehrt rund um Köln wieder so etwas wie Normalität ein, oder das was man in und um Köln dafür hält.