Liebe Schweizer,
der Tatort am Sonntag ist für viele Menschen eine Institution. Nur wirklich wenige Ereignisse halten mich davon ab, den Sonntagabend mit einem Tatort zu krönen.
Das Ihr Schweizer mit “Wunschdenken” zu dieser Serie ebenfalls Beiträge liefert, und gar die zähe Sommerpause beendet, hat mich zunächst erfreut. Das man zu Beginn der Sendung den Tötungsakt nebst Täter sieht, fand ich ja noch eine Abwechslung – auch die Story und deren Zusammenhänge war grundsätzlich nicht schlecht.
Das die Ermittler in den Tatorten alle diverse zwischenmenschliche Beziehungen führen, ist für den Zuschauer keine Überraschung. Aber das was Ihr da heute veröffentlicht habt war einfach nur Grottenübel. Die Dialoge und Handlung zwischen den beiden Ermittlern wirkte wie ein Plagiat eines Pornos aus den 70igern.
Selbst die gescripteten Dialoge aus dem täglichen Hartz IV-Nachmittagsprogrammen wirkt für Zuschauer überzeugender als das was Ihr uns heute gezeigt habt. Und welche Sprache habt Ihr die Schauspieler sprechen lassen? Zufällig war ich letzten Donnerstag/Freitag noch in Aarau und Zürich, wo die Menschen deutlich authentischer ihren Dialekt zum Ausdruck gebracht haben.
Eine solche Klangfarbe wäre bei einem Schweizer Tatort durchaus angebracht, oder? Selbst wenn man hier und da mal einen Untertitel einblenden müsste…
So wie Ihr das heute übertragen habt, müsste man Euch zur Abschreckung einen Tonträger von BAP in hochdeutscher Sprache zukommen lassen. Aber derartiger Verfehlungen sind bei uns zum Glück undenkbar. Bleibt für Euch nur die akustische Höchststrafe: Ich und ich – Hilf mir! Depressive Suizidklänge höchster Güte!
Tatorte die nicht überzeugen gibt es ja immer wieder mal… Da konnte man sich in der Vergangenheit mit einer äußerst attraktiven Anne Will trösten. Hier hat die ARD nun Änderungen vorgenommen. Statt gut recherchierter und passend platzierter Fragestellungen zu diversen Themen gibt es nun Günther Jauch.
Nicht das etwas gegen den Herrn einzuwenden wäre, aber Anne Will ist deutlich ansprechender am Sonntagabend.


