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"Allgemeines" Category


Facebook hat doch etwas positives…


Sonntag, März 13, 2011

Die Vorzüge von Facebook habe ich in der Vergangenheit wohl nicht richtig zu schätzen gewußt. Genau genommen erhielt ich dort mehr Informationen über andere Menschen als mir lieb war. Mal abgesehen von dem Zeitaufwand den es benötigt, um die mehr oder wenigen spannenden Mitteilungen zu lesen.

Und mehr als nervig finde ich diese dämlichen Dienste wie Badoo usw., wo man plötzlich involviert ist, ohne genau zu Wissen worauf man sich mit einem harmlosen Klick eingelassen hat. Zumal sich plötzlich wildfremde Menschen andienen, sich mal privat zu treffen. Hallo? Seit wann leide ich unter Kontaktschwierigkeiten im realen Leben?

Egal, immerhin lassen sich solche temporären Fehlentscheidungen wieder löschen.

Einen echten Vorteil bietet Facebook aber in Krisenzeiten. Als mich letzten Freitag die ersten Meldungen in über das Beben in Japan erreichten, stellte sich natürluch sofort die Frage, wie es es um das Schicksal der Freunde und Kollegen  in Tokyo bestellt ist.

Rein in Facebook, und siehe da – Shinichi geht es gut – zumindest soweit es die Umstände erlauben…

Und eine kurzer verbaler Austausch ist über das Medium Facebook auch gewähleistet. Nun gut, ich beginne diesen Vorzug zu schätzen.

 

Speziell zu Shinichi  habe ich eine besondere Beziehung. Der erste Kontakt entstand 2002 auf der PLASA in London. Jan Julius und ich bemühten uns zu dieser Zeit, einen internationalen  Vertrieb für die neuen e:cue-Lichtsteuerprodukte aufzubauen. Bisher konnten wir da nur auf Deutschland (Was wir mit der LightLife selbst erledigten…) und Österreich verweisen. Den österreichichen Kollegen von LDDE hatten wir die Produkte, wenn man ehrlich ist, auch etwas aufschwatzen müssen. Auf jeden führten die damaligen Umstände dazu, dass die Kollegen von LDDE uns etwas mehr als einen Meter von ihrem Messetand spendierten, so dass wir seinerzeit die erste e:cue Media Engine voller Stolz präsentieren konnten.

Am zweiten Tag der PLASA traf ich auf einen für japanische Verhältnisse sehr großen Japaner, der sich nicht nur sehr interssiert zeigte, sondern auch gleich den Vertrieb für Japan übernehmen wollte. Brüller! Ich schlug ihm vor, dass man sich über das Thema landesweiter Vertrieb in Japan gerne nach der Messe mal in Ruhe unterhalten könne.

Im Gespräch erklärte mir der sympatische Mensch, namens Shinichi Sakamoto, aber gleich das die Zeit ein wenig drängen würde. Schließlich sei in zwei Wochen bereits die World Lighting Fair in Yokohama, wo er einen Messestand habe, und die Produkte zeigen möchte.

Und ein weiteres Problem wäre, dass er die Produkte ja noch nicht bedienen kann, so dass ich besser gleich mitkommen würde, um die Geräte dort den Menschen persönlich zu erläutern…

So kam es, dass ich mich keine 14 Tage später auf dem Flughafen Tokyo wiederfand, und in den folgenden Tagen die Menschen und die Metropolen Toyko und Yokohama schätzen lernte. Neben Wien gehört Tokyo zu den Städten, wo man mich absetzen könnte, und nicht mehr abholen müßte…

Hoffen wir, dass den Menschen dort wenigstens das eventuelle Atom-Desaster  erspart bleibt.

 

 

 

 

 

 

Weihnachtstage…


Montag, Dezember 27, 2010

…sind wirklich etwas Erfrischendes!

Im Büro den ganzen Tag Simply Red lauschen, ohne eine Mitarbeiterrevolution befürchten zu müssen, und in Ruhe ein paar Dinge abarbeiten denen man schon länger hinterher hetzt.

So zum Beispiel anstehende Designs, und die inzwischen mehr als zwingende Implementierung einer Collaboration-Software für die LightLife. Auch wenn das Telefon sich zurückhaltend zeigte, beanspruchte die Installation und vorläufige Einrichtung der Software bisher gute zweieinhalb Tage.

Zwischendurch packt einen dann schon die Verzweiflung, wenn die “einfache” und geführte Installation in beinah unüberschaubaren Fehlermeldungen diverser SQL-Server endet. Da trieb mich die temporäre Verzweiflung  dazu, es auf der eigenen bereits funktionierenden Website, es ähnlich wie außerhalb des Büros schneien zu lassen – damit sich wenigstens ein kleines Erfolgserlebnis einstellt.

Gut das mein Vater am Heiligen Abend die Zubereitung seines jährlichen Sauerbratens zelebriert, der dem kreativen Treiben an der Tastatur ein definitives Ende beschert. Dazu muss man wissen, dass nichts so  unverzeihlich wäre, wie ein verspätetes Erscheinen bei den Eltern.

Wenn man darüber nachdenkt, was an solchen Tagen ja nicht selten ist, ist die Erkenntnis das man doch gewisse ursprünglich verhasste Eigenschaften in den eigenen Lebenswandel übernommen hat…

Darüber hinaus sind die Weihnachtstage von einer gewissen Verlässlichkeit geprägt. Kurz, ich kann mir die Abendende Jahr für Jahr mit einer Wiederholung mehrerer Teile von “Stirb langsam” vergolden.  Was gibt es schöneres, als emotional mit John McClane, der sich überwiegend nur auf sich selbst verlassen kann, die Welt zu retten?

Dabei entstehenden auch immer Erinnerungen an den 11. September 2001, als ein New Yorker  in einem Interview mit vollem Erst äußerte, dass er sich schon die ganze Zeit fragen würde, warum es John McClane diesmal nicht geschafft hat?

Dann das Erwachen am nächsten Morgen, wo man auch wieder etwas Zeit mit dem Fernseher vertrödeln kann, bevor man sich wieder über seine mangelhaften SQL-Server ärgert. Und sieh an…

Selbst die Schweiz hat eine Art Bruce Willis zu bieten…

In der Person eines Lehrers, der mit seinem zunächst gedanklich, und dann real konstruierten Solarfahrzeug die Welt umrundet hat. Als Zuschauer begleitet man den äußert sympathischen Louis Plamer bei der Umsetzung seines Jugendtraums des Solartaxis.

Dabei ist ein Film entstanden, bei dem jede einzelne Sendeminute für den Zuschauer ein Ereignis ist. Nicht nur ein Einblick in ein spannendes Vorhaben, sondern ein direktes  Fenster in die unterschiedlichen Kulturen dieser Welt.

Hier ein Teaser:

YouTube Preview Image

Zum Glück leben wir heute im digitalen Zeitalter, so dass man diesem filmischen Abenteuer durch 40 Länder zu jeder Tages- und Nachtzeit folgen kann.

In der ZDF-Mediathek lässt sich das visuelle Ereignis abrufen: Im Solartaxi um die Welt

Surrealer 3. Advent in Brühl


Sonntag, Dezember 12, 2010

Als mich gestern, am frühen Abend ein gewitterähnliches Geräusch kurz irritierte und vom Studium einer Fachzeitschrift ablenkte, vermutete ich noch nichts Böses.

Auch als  Minuten später die Sirenen erklangen, drängte sich eher der Gedanke auf das der FC gewonnen haben könnte, als die Idee das in Brühl etwas außergewöhnliches passiert sein könnte.

Erst als der Nachrichtenticker auf N24 von einer Hausexplosion in Brühl berichtete, wurde meine Aufmerksamkeit mehr als geweckt. Pingsdorfer Straße? Das ist doch direkt um die Ecke…

Abends, dann fußläufig auf dem Weg ins Oslo, kamen mir auf der Pingsdorfer Straße dann Mengen von Menschen entgegen. Ein ähnlicher Betrieb herrscht dort eigentlich nur wenn das Phantasialand ein mal im Jahr mit freiem Eintritt für alle Brühler Bürger lockt.

Kurz vor dem Oslo wurde ich beinah noch von einem WDR-Fahrzeug mit SAT-Schüssel auf dem Dach  überfahren, dass ganze zusätzlich begleitet von dem Lärm eines Hubschraubers, der die ganze Zeit über der Unglücksstelle kreiste, wohl um entsprechende Aufnahmen zu machen.

Im Oslo gab es statt der leidigen und nervigen Fußballübertragungen (Die Herren haben sich Sky aufschwatzen lassen…) heute n-tv live und andere Nachrichtensender, genauer deren Newsticker oder Bildschirmtext.

Brühl im Zentrum der Medien, dass gab es seit dem Zugunglück am Bahnhof, bzw. seit dem Achterbahnbrand im Phantasialand schon lange nicht mehr. Aber diesmal eine unwirkliche Situation. Man steht dort mit seinem Kölsch, und freut sich gemeinsam über die Nachricht das die Retter ein paar hundert Meter die Straße rauf, einen der im Gebäude vermuteten Menschen beinah unverletzt retten konnten.

Dann nach Hause und schlafen, während die Brühler Feuerwehr die ganze Nacht versucht weitere Menschen lebend zu befreien.  Nach dem Aufwachen am heutigen Sonntagmorgen direkt den Fernseher angeschaltet, um zu erfahren, dass die Situation unverändert ist.  Auch der stets gut informierte Express konnte auf seiner Webseite nichts aktuelleres berichten. Da drängte sich mir schon der Gedanke auf, dass es mehr als Optimismus bedarf, um nach einer kühlen Nacht in dem Trümmerhaufen noch Überlebende zu finden.

Im Laufe des Tages dann eine negative Meldung nach der anderen, bis letztlich feststeht, dass keiner der noch drei Vermissten das Unglück überlebt hat. Von der am gestrigen Morgen noch fünfköpfigen Familie bleiben zwei Söhne zurück. Einer wurde gerettet, der andere war wohl gerade einkaufen.

Unter normalen Umständen würde man vermutlich von echtem Glück sprechen, wenn, während man gerade einkaufen ist das Haus explodiert. Unter den gegebenen Sachverhalt, fällt einem die Einschätzung mit dem Glück doch etwas schwer.

Das aufkommen an Fußgängern auf der Pingsdorfer Straße hat sich inzwischen normalisiert, und der Weihnachtsmarkt ist gut besucht, inklusive weihnachtlichem Bühnenprogramm. Beinah erschreckend wie normal alles weitergeht, wenn man nicht unmittelbar zu dem Kreise der Betroffen gehört.

Aber wie sollte das Leben in der  Realität auch anders funktionieren? Es kann ja schlecht eine ganze Stadt, und deren Besucher, um Menschen trauern die man nicht einmal kannte. Wer kann es den Menschen verübeln? Aber irgendwie surreal…