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"Ärger…" Category


Herr Bürgermeister Kreuzberg… Wie geht es unserem Parkleitsystem?


Dienstag, Juli 6, 2010

Freundlicher Herr Kreuzberg,

vermutlich müssen Sie Ihr Fahrzeug selten selbst lenken, geschweige denn parken. Sonst wüssten Sie, dass dieses Vorhaben im beschaulichen Brühl nahezu unmöglich ist.

Die recht aktuellen Photos verdeutlichen, dass die Anzeige wieder einmal 44 nicht existente Parkplätze anzeigt. Real müssen die Menschen dann auf Flächen vorlieb nehmen, die ganz dem Rettungswegkonzept der Stadt Brühl entsprechend, nicht zum Parken von Fahrzeugen vorgesehen sind.

Das von Ihnen initiierte, und für sicherlich nicht wenige Euros erworbene Parkleitsystem hat noch nie funktioniert.

Als Reaktion auf die Pressemeldungen vor knapp einem Jahr, welche ebenfalls die falschen Anzeigen und die mangelnde Funktion des kompletten Parkleitsystems kritisieren, gab die  Stadt Brühl ein erstaunliches Statement.

Sinngemäß äußerte man, dass man um die existenten Mängel wisse und für Besserung sorgen werde. Zusätzlich überprüft ein städtischer Mitarbeiter zu jeweils zu Wochenbeginn die Anzahl der parkenden PKW´s, zum Beispiel auf dem Belvedere-Parkplatz, und passt diesen dann an die veröffentlichten Werte auf den Signalanzeigen an.

Bitte Herr Kreuzberg…  Auch in Brühl ist das Jahr 2010. Und hier zählt jemand Autos auf einem Parkplatz? Dank Ihrer innovativen Ideen für die Entwicklung der Stadt Brühl haben wir ja jetzt auch die Giesler-Galerie, deren Geschäfte entgegen der Meinung Ihrer Kritiker, wirklich keine Gefährdung des Geschäftsbetriebes der Ladenlokale der Innenstadt darstellen.

Ganz im Gegenteil. In der Innenstadt halten sich sogar die € 1-Läden, was in der Galerie nicht gelang. Das die in Brühl ansässigen Autohäuser ihre Fahrzeuge in den leer stehenden Ladenlokalen ausstellen dürfen, ist sicherlich wesentlicher Bestandteil Ihrer Strategie zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Brühl. Ähnlich wie das erfolgreiche Gastronomiekonzept im ersten Obergeschoss der Galerie.

Wer muss eigentlich die komplizierte Aufgabe der Fahrzeugzählung bewältigen? Machen das die freundlichen Politessen, die auch dafür sorgen das die Kölnstraße jederzeit entspannt befahrbar ist? Ich meine für den Fall, das gerade niemand im absoluten Halteverbot parkt um eine der zahlreichen Apotheken oder Bäckereien aufzusuchen?

Bei der Gelegenheit…  Wie kommt man eigentlich zu einer solch anspruchsvollen Tätigkeit im städtischen Straßenverkehrswesen. Ich habe noch nie eine Dame, gleich welchen Alters getroffen, die schilderte das sie gerne Politesse werden möchte. Ist das ein richtiger Beruf, also so mit richtiger Ausbildung? Bestimmt, schließlich muss man eine Autonummer entschlüsseln können, und diese auch noch in ein technisches Gerät eingeben.

Weltpolitische Weitsicht ist vermutlich nicht Einstellungsvoraussetzung, wie ich ja in der Nacht vom 11. auf den 12 September 2001 am eigenen Leibe erfahren konnte. Während ich die ganze Nacht vor dem Fernseher verbrachte, weil man zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht wusste ob nun der dritte Weltkrieg beginnen würde, verschlief ich den 12.09. ein wenig.

Und man glaubt es kaum…  Schon um 9:30 Uhr konnte ich auf einen völlig freien Belvedere-Parkplatz blicken. Ihre aufmerksamen Mitarbeiter hatten mein Fahrzeug, trotz der Firmenbeschriftung mit Rufnummer, bereits abschleppen lassen.

Schließlich sollte die Kirmes aufgebaut werden. Kaum ein Schausteller war anwesend, und die vor Ort waren sich auch nicht sicher ob man den überhaupt etwas aufbauen sollte, aber all die Ereignisse konnten Ihre Mitarbeiter nicht irritieren.

Günter Freiherr von Gravenreuth hingerichtet


Mittwoch, Februar 24, 2010

Die erste E-Mail am heutigen Tage enthielt nur den Text:  “… am Ende doch!”, sowie einen Link auf den heise.de Newsticker der meldete, dass Günter Freiherr von Gravenreuth tot sei.

Die E-Mail stammte von einem guten Freund und äußerst seriösem Forumsbetreiber, der den gerade erst verstorbenen Herrn Günter Freiherr von Gravenreuth, begründet durch ein von der deutschen Rechtsprechung geduldete  Abmahnung, einen guten Teil seines nicht überhöhten Einkommens zukommen lassen musste.

Als erste Reaktion auf diese Meldung erkannte ich aber schnell,  dass mir jede auf einer Straße überfahrene Katze mehr Mitleid abringt, und das auch  der Einsatz von Schusswaffen etwas wirklich positives haben kann.

Zu gute halten muss man dem Mann aber eine gewisse Vorbildfunktion. Immerhin ist er einer der ersten der sogenannten “Abmahnanwälte” gewesen, der von einem deutschen Gericht wegen Betrugsversuch rechtskräftig verurteilt wurde. Da hatte er mit der Tageszeitung endlich mal einen Gegner gefunden, der ihm die Grenzen seines Schaffens definierte.

Und als einzige Konsequenz sieht der Mann keine andere Lösung als sich eine Kugel in den Kopf zu drücken?

Aber auch das hat ja etwas gutes, schließlich hätte er sich auch vor einen Zug werfen können, und damit wie im richtigen Leben noch weitere Menschen in Mitleidenschaft gezogen.

Nein,  man sollte wirklich aufrichtig anerkennen, dass der aus meiner Sicht gesellschaftliche Abschaum mit  juristischem Studium sich nur das eigene Mobiliar und vielleicht etwas die Tapete versaut hat.

Und damit die armen Menschen, die diese Sauerei wegputzen müssen sich nicht noch zusätzlich mit dem Einsammeln von Maden und sonstigem Krabbeltieren herumschlagen müssen, hat der Herr Anwalt gemäß Bild gleich noch ein Abschiedsmail an Empfänger wie  Gulli.com oder den Chaos Computer Club gesandt.

Vermutlich in der dann doch erwachsenden Erkenntnis, dass es völlig ohne soziale Kontakte  auf diesem Erdball, eine ganze Weile dauern könnte, bis die Sauerei entdeckt wird.

Irgendwie bestärkt mich der ganze Vorgang auch in dem Glauben, dass es so etwas wie eine übergeordnete Institution gibt, die letztlich für den Ausgleich des Handelns im realen Leben sorgt. Schließlich gibt es noch eine nicht unbedeutende Anzahl an Anwälten, die wie Gravenreuth versuchen Ihr finanzielles Vermögen zu mehren.

Wenn man den im Internet publizierten Gründen für den erfolgten Suizid Glauben schenken kann, waren diese durch finanzielle und private Probleme begründet. Also gibt es augenscheinlich wirklich so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit.

Erstaunlich an dem Vorgang ist jedoch, dass ein verurteilter Straftäter immer noch in Besitz einer Schusswaffe sein konnte, und dass mitten im konservativen Bayern.

Trotz des bemitleidenswerten Verlaufs dieser Angelegenheit,  musste ich heute Morgen wirklich über einen Leserkommentar in der taz schmunzeln. Der Kommentar des Lesers “von reibln” beinhaltete lediglich einen Hinweis zum aktuellen Staus der Website von Graventreuth:

“Auf der Webseite fehlt das Impressum”.

Dieses Jahr werden ein paar Dinge anders…


Dienstag, Januar 26, 2010

…so ähnlich habe ich das zumindest beschlossen.

Nicht das die vergangenen Monate schlecht gewesen wären, nein das letzte Jahr war trotz der dauernd angekündigten Krise, nüchtern betrachtet ein wirklich gelungenes  Jahr in der Lightlife.

Nicht nur viele spannende realisierte Projekte bei denen wir mitwirken durften, darüber hinaus auch viele Vorhaben für die wir Anfragen erhielten, diesen aber wegen völligem zeitlichem und personellem Mangel nicht nachkommen konnten. Darunter eine nicht geringe Anzahl von möglichen Realisationen, die mir doch Bauchschmerzen machen…

Begonnen mit der Lichtinstallation einer viel versprechenden Künstlerin aus Berlin, über Bauvorhaben die ausgestattet mit unseren Ideen bestimmt den ein oder anderen Betrachter begeistert hätten, bis hin zu den eigentlichen Pflichtveranstaltungen für Menschen aus der Welt der Illuminationskunst, der Teilnahme an der Luminale, der  Rheinpartie, oder den Passagen usw. Vermutlich habe ich mich von der angekündigten Wirtschaftskrise doch mehr beeindrucken lassen lassen ich dachte… Nun ja, man muss auch gönnen können, und man kann halt nicht überall mitspielen…

Auf der anderen Seite gibt so Momente, die dann doch nachdenklich stimmen. Einen dieser Momente hatte ich erst vor kurzer Zeit im Berliner Heimathafen. Dort gab Christopher von Deylen alias Schiller seinen Secret Gig vor nur 100 ausgewählten Zuschauern.

Bereits  im April 2009 erreichte uns eine Anfrage der technischen Kollegen, ob wir nicht ein Konzept für das  Lichtdesign der für 2010 geplanten  Tournee  erarbeiten möchten. Das Ganze im Idealfall als erweiterte Variante unserer Blauen Nacht aus dem Jahre 2003.

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Statt der herkömmlichen Glühlampen sollten nun LED´s mit RGB-Farbwechsel für visuelle Begeisterung sorgen. Nähere Details zum Vorhaben  besprach man, begleitet von kulinarische Freuden bei Angelo.

Kurz nach diesem Treffen entstanden recht zeitnah erste Entwürfe für das Bühnenbild, ein Funktionsmodell eines der angedachten Leuchtkörper hatten wir in unserer Werkstatt ebenfalls zügig gebaut. Da ich aber noch nicht vollständig glücklich mit den ersten Entwürfen war, wurden diese natürlich niemandem zugänglich gemacht.

In den folgenden Tagen und Wochen überschlugen sich dann wieder die  Ereignisse,  im nächsten ruhigen Moment, inzwischen zeigte mir mein Kalender  den 03. Januar 2010, brauchte man mit einem gewissen Bezug zu Realität das Thema nicht erneut aufgreifen. Eine gewisse Neugier am Projekt trieb mich auf die Website des Künstlers. Schließlich interessierte es mich doch sehr was aus den ursprünglichen Gedanken geworden ist, und wer sich Gedanken zum Thema Licht machen durfte.

Leider verriet die Website nicht viele Details zur geplanten Tournee, kündigte aber einen Secret Gig für den 12. Januar 2010 in Berlin an. Durch einfaches hinterlassen seines E-Mail-Kontakts konnte man einer von insgesamt nur 100 geladenen Gästen werden. Das passt ja prima dachte ich mir noch, weil ich in genau dieser Woche ohnehin wegen einer Installation in Berlin weilte.

Um so größer die Überraschung, als mich am nächsten Tag ein Mail mit folgender Überschrift erreichte: Congratulations – You won one of 100 tickets! Für jemanden der an Tankstellen keine Punkte sammelt, keine Kundenkarten besitzt, und sich auch nie an irgendwelchen Gewinnspielen beteiligt ein echter Wink mit dem Zaunpfahl…

Also rein ins Vergnügen. Und ich darf sagen: Es war alles andere als enttäuschend. Das am 12. März erscheinende Doppelalbum “Atemlos” wird sich schon bald in meinem Eigentum befinden. Die graphische Gestaltung des Covers verrät zudem das ich gedanklich recht gut unterwegs war, aber ist ja jetzt auch egal.

Vom kommen Lichtdesign der Tournee 2010 war während des Konzertes in Berlin nichts zu sehen. Man zeigte sich mit ca. 40 Stufen- und Proflilscheinwerfern eher zurückhaltend im prächtigen Saalbau, und fügte sich somit ganz dem festlichen Ambiente des Heimathafens.

Zum Ende des Konzertes umspielte ein Laser liebevoll die Glühlampen der Saallüster. Auch ein spannender Anblick, den ich bis dahin in dieser Form noch noch nicht gesehen hatte.

Das Lichtdesign für die Tournee bleibt, wie ich sehen konnte, zumindest in Kölner Hand. Nach dem Konzert zögerte ich nicht und suchte umgehend den FOH-Platz auf um meinem Branchenkollegen Jojo Tillmann persönlich zu begrüßen, ein paar Worte zu wechseln, und zur gelungen Darbietung zu gratulieren.

Nun ja, in aller Bescheidenheit gehe ich mal davon aus, dass  uns auch dieses Jahr wieder einige interessante Möglichkeiten erreichen werden.

Eines steht aber definitiv fest. Egal was die Tagesnachrichten so offerieren oder androhen. Ich werde mich nicht irritieren lassen, und wenn mir danach ist, setze ich mich in ein nettes Café oder an den See im Schlosspark  und lasse etwas die Gedanken gehen. Dieses Jahr wird es einfach etwas mehr Zeit für den eigenen Kopf geben.

Und wer weiß, vielleicht reproduziert mein iPod dann gerade etwas von Atemlos. Hier schon einmal 90 Sekunden mit Nadja Ali:

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