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Günter Freiherr von Gravenreuth hingerichtet


Mittwoch, Februar 24, 2010

Die erste E-Mail am heutigen Tage enthielt nur den Text:  “… am Ende doch!”, sowie einen Link auf den heise.de Newsticker der meldete, dass Günter Freiherr von Gravenreuth tot sei.

Die E-Mail stammte von einem guten Freund und äußerst seriösem Forumsbetreiber, der den gerade erst verstorbenen Herrn Günter Freiherr von Gravenreuth, begründet durch ein von der deutschen Rechtsprechung geduldete  Abmahnung, einen guten Teil seines nicht überhöhten Einkommens zukommen lassen musste.

Als erste Reaktion auf diese Meldung erkannte ich aber schnell,  dass mir jede auf einer Straße überfahrene Katze mehr Mitleid abringt, und das auch  der Einsatz von Schusswaffen etwas wirklich positives haben kann.

Zu gute halten muss man dem Mann aber eine gewisse Vorbildfunktion. Immerhin ist er einer der ersten der sogenannten “Abmahnanwälte” gewesen, der von einem deutschen Gericht wegen Betrugsversuch rechtskräftig verurteilt wurde. Da hatte er mit der Tageszeitung endlich mal einen Gegner gefunden, der ihm die Grenzen seines Schaffens definierte.

Und als einzige Konsequenz sieht der Mann keine andere Lösung als sich eine Kugel in den Kopf zu drücken?

Aber auch das hat ja etwas gutes, schließlich hätte er sich auch vor einen Zug werfen können, und damit wie im richtigen Leben noch weitere Menschen in Mitleidenschaft gezogen.

Nein,  man sollte wirklich aufrichtig anerkennen, dass der aus meiner Sicht gesellschaftliche Abschaum mit  juristischem Studium sich nur das eigene Mobiliar und vielleicht etwas die Tapete versaut hat.

Und damit die armen Menschen, die diese Sauerei wegputzen müssen sich nicht noch zusätzlich mit dem Einsammeln von Maden und sonstigem Krabbeltieren herumschlagen müssen, hat der Herr Anwalt gemäß Bild gleich noch ein Abschiedsmail an Empfänger wie  Gulli.com oder den Chaos Computer Club gesandt.

Vermutlich in der dann doch erwachsenden Erkenntnis, dass es völlig ohne soziale Kontakte  auf diesem Erdball, eine ganze Weile dauern könnte, bis die Sauerei entdeckt wird.

Irgendwie bestärkt mich der ganze Vorgang auch in dem Glauben, dass es so etwas wie eine übergeordnete Institution gibt, die letztlich für den Ausgleich des Handelns im realen Leben sorgt. Schließlich gibt es noch eine nicht unbedeutende Anzahl an Anwälten, die wie Gravenreuth versuchen Ihr finanzielles Vermögen zu mehren.

Wenn man den im Internet publizierten Gründen für den erfolgten Suizid Glauben schenken kann, waren diese durch finanzielle und private Probleme begründet. Also gibt es augenscheinlich wirklich so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit.

Erstaunlich an dem Vorgang ist jedoch, dass ein verurteilter Straftäter immer noch in Besitz einer Schusswaffe sein konnte, und dass mitten im konservativen Bayern.

Trotz des bemitleidenswerten Verlaufs dieser Angelegenheit,  musste ich heute Morgen wirklich über einen Leserkommentar in der taz schmunzeln. Der Kommentar des Lesers “von reibln” beinhaltete lediglich einen Hinweis zum aktuellen Staus der Website von Graventreuth:

“Auf der Webseite fehlt das Impressum”.

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