Heute morgen, auf dem Weg ins Büro, hörte ich wie üblich Radio. Statt der üblichen Radiogags auf SWR3, für die ich offensichtlich zu alt bin um diese witzig zu finden, oder gar darüber lachen zu können, werden Sonntagvormittag noch sinnvolle und wirklich hörbare Beiträge gesendet.
Heute gab es ansprechende Klänge von Jan Delay aus dem neuen Album Wir Kinder vom Bahnhof Soul. Darauf zu finden der Titel “Hoffnung”, der nicht nur sehr authentisch klang, sondern mich sehr an “Helfe kann Dir keiner” (Link zu Youtube) von BAP erinnerte.
Jeder kennt die Momente des richtigen Lebens, wo Situationen oder Ereignisse dazu führen, dass man mache Titel mehr als einmal täglich hört. Oder genauer beschrieben: Man fühlt sich einfach Scheiße…
Als normaler Mensch kramt man dann in seinen CD´s und sucht nach Musik, die einen weiter in den Erinnerungen versacken lässt, oder einen auf völlig auf andere Gedanken bringt. Als Musiker hat man die Option sich selbst etwas zu schreiben, eben so wie Jan Delay.
Spannend finde ich die Geschehnisse hinter der Musik. In dem nach dem Titel gesendeten Interview berichtete er von einer Zeit in der verschiedene Dinge nicht so liefen, wie er sich das so vorstellte. Und dann hörte er ein Stück Musik, dass ihn nicht nur wieder auf den Weg brachte, sondern auch gleich zu “Hoffnung” inspirierte.
Das dieser Titel (Link zu myvideo) ausgerechnet von George Michael stammte, zauberte mir mehr als ein lächeln ins Gesicht. Da hätte ich nun viel vermutet, aber auf George Michael wäre ich in diesem Zusammenhang nie gekommen. Echt überraschend, aber eben das richtige Leben, welches sich dann in neuen Tönen und Texten reflektiert.
Im Gegensatz zu den langstreckendepressiven Suizidvertonungen von ich + ich, deren Auswürfe von oben genannten Sender auf höchster Rotation verbreitet werden, eine echte Medizin für die Ohren.
Das war auch schwer nötig, weil mir bei den vorgenannten Interpreten (um das Wort Künstler zu vermeiden) der Eiter aus den Ohren spritzt, wenn ich nicht schnell genug den Sender wechseln kann. Erst letztens konnte ich in einem Mietwagen nicht zügig genug umschalten, so dass mein Körper während der Fahrt die ersten Textzeilen aufnehmen musste. Dieser reagierte sofort mit einem spontan einsetzenden Verweseungsprozess. Wirklich verkehrsgefährdend so etwas… und ein äußerst wirksames Nervengift für positiv denkende Menschen.
Aber lassen wir das… Bleiben wir bei Qualität und Jan Delay. Ein ähnliches Interview mit ihm hält der österreichiche ORF auf FM4 bereit.