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Archive for September, 2009


Youtube als politische Informationsplattform?


Montag, September 21, 2009

So langsam aber sicher könnte ich mich dazu durchringen für das Portal Youtube, oder besser formuliert für dessen Nutzung, richtiges Geld zu zahlen. Nicht nur das sich auf der Plattform viele Beiträge finden lassen, die wirklich Spaß machen, es sind auch  branchenbezogene Juwelen abrufbar,  die niemals die Adelung einer öffentlich rechtlichen Übertragung erfahren würden.

Also Beiträge wie  “I´m Mostly Al“, an dem sich zahlreiche Tourneetechniker erfreuen. Vor allem ist Youtube inzwischen ein unfassbar umfangreiches Archiv mit historischen, witzigen, informativen und auch seltenen und damit wertvollen Bilddokumenten, die Blogger wie ich gerne in Ihre Beiträge einbinden.

Zu meinem Erstaunen ist Youtube aber nun zusätzlich ein Medium zur politischen Bildung in der Bundesrepublik Deutschland. Wenn man sich, wie meine Wenigkeit, für einen politisch mündigen und interessierten Bürger hält, ist es nicht einfach an detaillierte Informationen zu kommen.

Als aktuelles Beispiel sei hier das aktuellste “Terrorvideo” der Al-Qaida genannt, welches, wenn man den Medien glaubt eine neue Qualität aufweist. Da ich noch nie ein Terrorvideo gesehen hatte, wollte ich mich nun selbst von den Inhalten überzeugen. Wer ist dieser Al Hafidh Abu Talha, der wie ich zum Teil im beschaulichen Bonn aufgewachsen ist? Und was hat der Mann in seiner knapp 24-minütigen Rede vorzubringen?

Also mal schnell bei ARD und ZDF auf der Website nachgeschaut, um die oft verbal angekündigten “weiteren Informationen” zu erhalten. Aber Fehlanzeige, trotz regelmäßiger Zahlung von Beiträgen an die GEZ, wobei sich mit den Gedanken an dieser Institution umgehend ein ganz neues Bild einer “terroristischen Vereinigung” in meinem Kopf bildet. Aber gut, wollen wir es nicht übertreiben, obwohl ich in diesem Zusammenhang auch als “Wessi” nachvollziehen kann wie man sich damals in der DDR gefühlt haben muss.

Aber kommen wir wieder zum eigentlichen Problem. Wo kann ich mir als Bundesbürger dieses Video ansehen, über das alle Medien, egal ob Bild-, Ton-, oder Printmedien mit einem kurzen Beitrag und wenigen Sätzen Abhandeln, um dann in der Folge über die Ergebnisse der Bundesliga zu berichten?

Und all Ihr Journalisten…  Habt Ihr einen eigenen Zugang zu Terrorvideos, die man als Bundesbürger nicht einsehen kann, oder übernehmt Ihr einfach die Zusammenfassung von Reuters?

Die Ironie an der Geschichte (zumindest in Deutschland) ist nun das ausgerechnet die von Al-Qaida gehassten  Amerikaner es erst ermöglichen, dass wir Deutschen das Video überhaupt sehen können. Schließlich gehört Youtube zu Google und ist somit fest in amerikanischer Hand.

Wer sich nun wie ich, einen eigenen Eindruck bilden möchte, der kann unterhalb dieses Textbeitrages das erste von drei Videos anschauen. Die anderen beiden Teile finden sich bei Youtube, und werfen zumindest bei mir weitere Fragen auf.

Zunächst bedankt sich Al Hafidh Abu Talha bei der Bundesrepublik Deutschland, die er aber im Folgenden als Kolonialmacht betrachtet. Später werden mehrere große Parteien erwähnt, deren politische Inhalte gegensätzlicher nicht sein könnten. Und die Stadt Kiel scheint ein Ort zu sein, dessen Bewohner sich keine Sorgen vor eventuellen Anschlägen machen müssen…

YouTube Preview Image

Simply Red und das Crew Video des Jahres – I´m Mostly Al


Sonntag, September 20, 2009

Das Techniker auf einer Tournee hier und da mal etwas Zeit für andere Ideen haben, ist an sich schon überraschend.

Was die Kollegen da aber während der Simply Red Tour 2009 produziert haben, verdient mehr als ein Lob. So entstanden zwischen Luxemburg, den Niederlanden, Dänemark, Deutschland, der Schweiz, Italien, Österreich, der Tschechischen Republik, Frankreich und England beinah sechzehn Minuten äußerst sehenswertes Filmmaterial.

Die Geschichte mit dem Titel “I´m Mostly Al” wurde vom englischen Fachmagazin TPI zum Crew Video des Jahres gekürt. Selbst sämtliche Musiker und  Sänger Mick Hucknall geben sich die Ehre als Darsteller…

“Fahr doch mit der Bahn….” – Das Desaster in Worten…


Sonntag, September 20, 2009

Obwohl ich mich als Besitzer einer BahnCard 50 outen muss, bin ich alles andere als ein Anhänger dieser Variante der Fortbewegung. Bis auf wirklich wenige Ausnahmen, wie Köln-Frankfurt oder Köln-Stuttgart, nutze ich lieber einen der Firmenwagen.

Dies mit dem Vorteil, dass ich anhalten kann wann und wo ich möchte, und mich nach individuellem zeitlichem und örtlichem Aufenthalt wieder in Bewegung setze. Ich lausche nur der Musik die ich wirklich hören möchte, und werde auch während der Fahrt nicht von alkoholisierten Mitgliedern eines Kegelclubs angesprochen.

Die reine Fahrzeit ist eventuell je nach Reiseziel hier und da etwas länger, aber im direkten Gegensatz zur Deutschen Bundesbahn ist der eigene PKW doch ein echter Partner, der verlässlich da ist wenn man ihn braucht.

Letzten Mittwoch musste ich für einen Ortstermin kurz nach München. Ich folgte dem Rat meines Büros, statt einem Auto, die Bahn zu nutzen. Und siehe an, die Fahrt von Köln nach München war relativ entspannt. Selbst auf die Minute pünktlich war mein ICE. Vor Ort wurde ich abgeholt und via PKW zu meinem Ortstermin chauffiert.

Antonius_auf_dem_windrad

Der Ortstermin offerierte mir nach einem körperlich recht anstrengen Aufstieg nicht nur einen ungewöhnlichen Blick auf die Allianz-Arena, sondern bot gleich die Gelegenheit mit den Kollegen aus Frankfurt ein Stück in Richtung Heimat zu reisen.

Schließlich brachte der Ortstermin neben einer schönen Aussicht auch reichlich neue Erkenntnisse, sowie daraus resultierende Lösungsansätze die man auf der Rückfahrt detailliert besprechen konnte, um letztlich die Vorstellungen des beauftragenden Künstlers auch wahr werden zu lassen.

Nach einer für mich, weil Beifahrer, erneut entspannten Rückfahrt mit dem PKW trafen wir gegen 23:30 Uhr am Hauptbahnhof Frankfurt ein. So, nach einem langen Tag noch ca. eine Stunde bis zum ersten Kölsch, dachte ich…

Aber wer hätte gedacht, dass in einer Metropole wie Frankfurt schon vor Mitternacht keine Züge mehr nach Köln fahren? Da sind klangvolle Ortschaften wie Overath-Immekeppel ja besser vernetzt… Besonders wenn es darum geht, richtige Städte wie Köln zu erreichen.

Also ab ins Hotel, denn bis 03:30 Uhr auf den nächsten Zug zu warten, der dann noch nicht einmal ein ICE ist war mir doch zu blöd. Ich erinnerte mich an das Ibis-Hotel direkt am Main, welches fußläufig zu erreichen war. Dort eingetroffen erklärte mir der freundliche Herr an der Rezeption, dass er zwar noch Zimmer hätte, die geplante Übernachtung wegen der IAA nun statt regulärer € 79,- schlanke € 189,- (inklusive Frühstück) kosten würde.

Dieses lehrhafte Beispiel für die Preisgestaltung in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage, lies kurzzeitig andere Gedanken in mir erwachen. Was wäre, wenn ich am Bahnhof statt rechts ins Hotel, einfach geradeaus gehen würde?

Für den Betrag hätte ich dort sicherlich bis 03:30 Uhr das ein oder andere Kaltgetränk zu mir nehmen können, vermutlich noch mit weiblicher Begleitung… Aber was soll´s? Also Kreditkarte raus, Zimmer bezahlen und ab in das Hotelbett…  Ruhig schlafen ist auch etwas anderes, zum Frühstück gab es aber wenigstens warme Croissants.

Soll mir zukünftig noch einmal einer erzählen, wie angenehm schnell und preiswert so eine Fahrt mit der Deutschen Bahn ist.