Obwohl ich mich als Besitzer einer BahnCard 50 outen muss, bin ich alles andere als ein Anhänger dieser Variante der Fortbewegung. Bis auf wirklich wenige Ausnahmen, wie Köln-Frankfurt oder Köln-Stuttgart, nutze ich lieber einen der Firmenwagen.
Dies mit dem Vorteil, dass ich anhalten kann wann und wo ich möchte, und mich nach individuellem zeitlichem und örtlichem Aufenthalt wieder in Bewegung setze. Ich lausche nur der Musik die ich wirklich hören möchte, und werde auch während der Fahrt nicht von alkoholisierten Mitgliedern eines Kegelclubs angesprochen.
Die reine Fahrzeit ist eventuell je nach Reiseziel hier und da etwas länger, aber im direkten Gegensatz zur Deutschen Bundesbahn ist der eigene PKW doch ein echter Partner, der verlässlich da ist wenn man ihn braucht.
Letzten Mittwoch musste ich für einen Ortstermin kurz nach München. Ich folgte dem Rat meines Büros, statt einem Auto, die Bahn zu nutzen. Und siehe an, die Fahrt von Köln nach München war relativ entspannt. Selbst auf die Minute pünktlich war mein ICE. Vor Ort wurde ich abgeholt und via PKW zu meinem Ortstermin chauffiert.
Der Ortstermin offerierte mir nach einem körperlich recht anstrengen Aufstieg nicht nur einen ungewöhnlichen Blick auf die Allianz-Arena, sondern bot gleich die Gelegenheit mit den Kollegen aus Frankfurt ein Stück in Richtung Heimat zu reisen.
Schließlich brachte der Ortstermin neben einer schönen Aussicht auch reichlich neue Erkenntnisse, sowie daraus resultierende Lösungsansätze die man auf der Rückfahrt detailliert besprechen konnte, um letztlich die Vorstellungen des beauftragenden Künstlers auch wahr werden zu lassen.
Nach einer für mich, weil Beifahrer, erneut entspannten Rückfahrt mit dem PKW trafen wir gegen 23:30 Uhr am Hauptbahnhof Frankfurt ein. So, nach einem langen Tag noch ca. eine Stunde bis zum ersten Kölsch, dachte ich…
Aber wer hätte gedacht, dass in einer Metropole wie Frankfurt schon vor Mitternacht keine Züge mehr nach Köln fahren? Da sind klangvolle Ortschaften wie Overath-Immekeppel ja besser vernetzt… Besonders wenn es darum geht, richtige Städte wie Köln zu erreichen.
Also ab ins Hotel, denn bis 03:30 Uhr auf den nächsten Zug zu warten, der dann noch nicht einmal ein ICE ist war mir doch zu blöd. Ich erinnerte mich an das Ibis-Hotel direkt am Main, welches fußläufig zu erreichen war. Dort eingetroffen erklärte mir der freundliche Herr an der Rezeption, dass er zwar noch Zimmer hätte, die geplante Übernachtung wegen der IAA nun statt regulärer € 79,- schlanke € 189,- (inklusive Frühstück) kosten würde.
Dieses lehrhafte Beispiel für die Preisgestaltung in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage, lies kurzzeitig andere Gedanken in mir erwachen. Was wäre, wenn ich am Bahnhof statt rechts ins Hotel, einfach geradeaus gehen würde?
Für den Betrag hätte ich dort sicherlich bis 03:30 Uhr das ein oder andere Kaltgetränk zu mir nehmen können, vermutlich noch mit weiblicher Begleitung… Aber was soll´s? Also Kreditkarte raus, Zimmer bezahlen und ab in das Hotelbett… Ruhig schlafen ist auch etwas anderes, zum Frühstück gab es aber wenigstens warme Croissants.
Soll mir zukünftig noch einmal einer erzählen, wie angenehm schnell und preiswert so eine Fahrt mit der Deutschen Bahn ist.
