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Antonius im Supermarkt


Samstag, Juni 20, 2009

Heute vormittag überkam es mich plötzlich. Spontaner Heißhunger auf diese spanische Paprikasalami, und Bananen.

So richtig verstanden habe ich diese Mischung zwar auch nicht, aber da ich ohnehin noch frische Milch für meinen Kaffee benötigte, machte ich mich schnell auf den Weg. Schon beim Betreten des Brühler toom-Marktes, zentral gelegen in der ansonsten völlig überflüssigen Giesler-Galerie, schwante mir böses.

Verdammt viele Menschen!  Ob unsere Bundesregierung nun einen Nahrungsmittelengpass angekündigt hat, und ich habe die Meldung verpasst?

Direkt am Eingang fand ich die Bananen, am Aufbau Ost konnte es also nicht liegen. Frische Bio-Milch war auch schnell erreichbar, so dass mein zunächst sogrenvolles Gesicht völlig entspannt vor die Fleischtheke treten konnte.

Dort äußerte ich dann gegenüber der Verkäuferin den Wunsch nach dieser spanischen Salami. Kein Problem, auch erhältlich, und zusätzlich noch eine besonders leckere italienische Salami. Zum Beweis reichte mir die nette Verkäuferin gleich ein Scheibe zum probieren über die Theke. Das letzte derartige Erlebnis hatte ich, glaube ich, vor ca. 35 Jahren als ich noch regelmäßig mit Mama an der Fleischtheke stand. Doch nicht so unwitzig im Supermarkt…

Dieser bis dahin poitive Eindruck relativierte sich dann, als ich eine zahlreichen Kassen erreichte, die mich von der Anmutung her an den Mauerfall in Berlin errinerte. Vor den Banken die damals das Begrüßungsgeld ausgaben, herrschte ein ähnlicher Andrang. Allerdings waren die Leute damals deutlich besser gelaunt.

So nach ca. acht Minuten kam ich dann in Sichtweite einer Kassiererin, von der ich hoffte, dass sie ihrem Job noch durchhalten würde bis ich mit meinen Einkäufen die Kasse erreiche. Ist schon echt erstaunlich wie viele übelgelaunte Menschen sich an einem Samstag im Supermarkt treffen. Als Beobachter der kleinen und größeren Feindseligkeiten, ist man doch sehr erfreut und beruhigt zugleich, dass nicht jeder Bürger eine Schusswaffe mit sich führen darf.

Endlich an der Kasse angekommen, waren meine kleinen Einkäufe schnell zu einem Zahlbetrag von ca. € 7,- summiert. Das war genau der Moment, an dem ich bemerkte das ich kein Geld mit mir führte. In der Absicht auch diesen Tag zu überleben, erfreute ich mich spontan über diverse EC-Karten welche ich in der Hosentasche hatte. Mit der Selbstverständlichkeit, als hätte ich nie etwas anders vorgehabt reichte ich der Kassierein eine der EC-Karten.

Die Kasse gab zwei Belege aus. Einen Kassenzettel mit meinen Artikeln, gedruckt auf Papier mit einer Länge von exakt 15,6 cm, sowie einen Zettel mit gefühlten und gesehenen 45-55 cm Länge, den ich unterscheiben sollte.

Dieser Zettel war, bis auf den Freiraum der meine Unterschrift tragen sollte, vollständig mit Text bedruckt. Hat mal jemand versucht in einer vergleichbaren Situation den Text zu lesen? Selbst wenn in einem Supermarkt wenig Kunden unterwegs sind, ist es für die Menschen wohl kaum zumutbar, derartige “Kaufverträge” einzugehen. Im Streitfalle könnte ich mir vorstellen, dass ein Gericht da eher die Position des Kunden stärken würde.

Würde mich aber dennoch interessieren, was eigentlich auf so einem Zettel geschrieben steht. Das nächste mal gehe ich wieder zwischen 20:00 und 22:00 Uhr meine Milch kaufen. Ist wirklich deutlich entspannter…

One Response to “Antonius im Supermarkt”


  1. on-light Says:

    Hi Antonius. Da steht ne Menge drauf auf diesem Zettelchen. Vor allem Dein aktueller Kontostand, ggf. Kreditrahmen (und Boniindex von der CR bei Geschäftskonten). Von daher hüten die Kassierer/Innen manch tiefe Einblicke in das Finanzleben der Kundschaft.

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