Freundliche Frau Merkel, freundlicher Herr zu Guttenberg, freundlicher Herr Steinbrück,
verursacht durch die anhaltende Wirtschaftskrise sind wir leider gezwungen einen Antrag auf Staatsbürgschaft einzureichen. Für die bereits länger geplante Erweiterung unseres Unternehmens fehlen derzeit die liquiden Mittel. Mit diesem Scheiben beantragen wir eine Staatsbürgschaft in Höhe von ca. 35 Milliarden Euro zur Übernahme des niederländischen Herstellers Philips.
Begründung des Antrags:
Unser Unternehmen die LightLife Gesellschaft für audiovisuelle Erlebnisse mbH, wurde wie Sie sicherlich informiert sind, bereits gegen Ende des letzten Jahrhunderts gegründet. Nach finanziellen Schwierigkeiten in den Gründerjahren entwickelte sich der Betrieb schnell zu einem der Innovationsträger der Branche. Im Gegensatz zu verschiedenen Warenhäusern haben unsere Mitarbeiter stets eine hohe Servicebereitschaft gezeigt, und somit für eine treue und zufriedene Kundschaft gesorgt.
Speziell in den Wirtschaftszweigen Architektur-Lichtdesign und Architektur-Lichtsteuerungen konnten wir Maßstäbe setzen, und damit nicht nur viele nationale und internationale Menschen und Medien begeistern. Wegen akutem Platzmangel in unseren Räumlichkeiten und zur Rettung der konventionellen Glühbirne sind wir nun zu Zukäufen gezwungen.
Nach intensiven Recherchen halten wir die Übernahme des niederländischen Mischbetriebs Philips für sinnvoll. Neben praktischen elektrischen Rasierapparaten und Kaffeeautomaten verfügt die Firma über Produktionskapazitäten für diese schicken flachen Fernseher, welche die Wohnzimmerwände so schön bunt machen. Nicht nur diese Produkte stellen eine passende Ergänzung unseres bereits bestehenden Produktportfolios dar.
Zusätzlich ist Philips einer der großen Hersteller von Energiesparlampen, die entgegen der Meinung vieler etablierter Fachleute eine Alternative zur herkömmlichen Glühbirne sein soll. Direkt nach der Übernahme, so darf ich Ihnen bereits zu diesem frühen Zeitpunkt versichern, werden wir Ihnen zeitnah eine akzeptable Lösung für dieses inzwischen europäische Problem erarbeiten.
Dieses neue Produkt entspricht dann nicht nur den menschlichen Sehgewohnheiten, sondern wird hinsichtlich Energieeffizienz und Farbtemperatur auch ein Erzeugnis sein, welches die Menschen mögen und kaufen werden.
Die wesentlichen Förderungskriterien erfüllen wir ohne Probleme. So gab es vor der Wirtschaftskrise, so wie bis zum heutigen Tage, keinerlei finanziellen Schwierigkeiten während der letzten fünf Geschäftsjahre. Lediglich für den aktuell geplanten Zukauf möchte uns unsere Hausbank, trotz vielfacher und intensiver Gespräche, kein Darlehn gewähren. Dies ist mir völlig unverständlich. Zumal es bei uns um bestimmt zwölf Arbeitsplätze geht, und für Philips arbeiten allein am Standort Deutschland zusätzlich noch ca. 11.500 Mitarbeiter. In der Summe also 11.512 Arbeitsplätze, hier werden beinahe Opel-Dimensionen erreicht.
Sicherlich habe ich bei genauerer Prüfung der Bilanzen aus den letzten Jahren leichte Fehler im Management zu verantworten. So wurden zum Beispiel die Firmenwagen, mit Ausnahme des Fahrzeugs SMART alle käuflich erworben, statt diese zu leasen. Für die, von Ihnen als Umweltprämie deklarierte finanzielle Unterstützung sind alle unsere Fahrzeuge noch zu jung, so dass hier auch nichts abzugreifen zu fördern ist.
Somit wurde im Laufe der Jahre unter anderem unserer Betriebsvermögen unnötig erhöht. Weiterhin haben wir diverse Auszubildende, Umschüler und Diplomanden betreut und ausgebildet, und diese dann nach Abschluss der Ausbildung eingestellt. Hätten wir zur Gewinnoptimierung weiterhin nach preiswertem Personal Ausschau gehalten, würden wir Ihre Bürgschaft nun nicht beanspruchen müssen.
Ich bitte freundlichst unseren Antrag wohlwollend zu prüfen, und stehe für ein persönliches Gespräch selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Antonius Quodt
Geschäftsführer