Da bin ich ja sehr erleichtert den Medien entnehmen zu dürfen, dass Herr Christopher Flowers nicht auf das freundliche Übernahmeangebot unserer Bundesregierung eingehen möchte. Auch ich werde meine HRE-Aktien behalten und im Falle einer Enteignung mal schauen ob man hier nicht Klagen kann.
Allein die Idee des Vorhabens kann ich immer noch nicht glauben, obwohl es inzwischen ein offizielles Gesetz dazu gibt. Wir leben doch hier noch West-Deutschland, oder habe ich da etwas verpasst?
Auch bei der Empfehlung der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V.) fasse ich mir an den Kopf. Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der DSW hält dieses Angebot mangels Alternativen für attraktiv: „Unter den gegebenen Umständen ist die Offerte eine Gelegenheit für Aktionäre, ihre Anteile zu verkaufen“.
Ich übersetze diese Aussage mal in einen für mich verständlichen Satz:
Sollte es in Köln nur noch eine picklige, eventuell fette und hässliche Frau geben, so ist diese hinsichtlich fehlender Alternativen ein echter “Schuss” (Schuss = Kölner Redewendung für außerst attraktive Frau)? So meinen Sie dass Herr Hocker? Bei allem Verständnis, bei solchen Möglichkeiten bleibe ich doch lieber ohne Beziehung, oder werde homosexuell…
Auch das die Enteignung, welche von unseren Politikern oft zitierte “allerletzte Möglichkeit” sein soll, fällt mir schwer zu glauben. Ich habe bisher genau einen Brief erhalten, das Schreiben mit dem Übernahmeangebot meiner 200 Aktien zum Stückpreis von € 1,39 je Aktie. Und wenn ich bin Montag nicht Zusage, dann werde ich halt per Gesetz enteignet.
Im direkten Vergleich mit Herrn Flowers ist mein Fall aus finanzieller Perspektive wirklich harmlos. Die 200 Aktien habe ich zu einem Preis von € 4,40 je Stück erworben, weil ich der Meinung war, dass es sich bei der HRE um eine systemrelevante Bank handelt. Wir reden hier also von € 880,-. Wenn ich die Aktien nun an Herrn Steinbrück für € 1,39 verkaufen würde, bekäme ich € 278,-. Macht unterm Strich dann einen Verlust von € 602,- bereits versteuerter Euros.
Lasse ich mich enteignen, erhalte ich vermutlich den gesetzlichen Mindestpreis von € 1,26 je Aktie. Die finanzielle Differenz zwischen verkaufen und enteignen macht bei mir exakt € 26,-. Für das Geld lasse ich es doch einmal drauf ankommen, ob ich unter der Führung der ersten weiblichen Kanzlerin Angela Merkel enteignet werde.
Dann müßte man aber die Geschichtsbücher wieder umschreiben. Mit dem Fall der Mauer vor knapp 20 Jahren sollte ja eigentlich ein weiterer Schritt in Richtung Freiheit und Demokratie begangen werden…
Statt Aufbau Ost haben wir dann spätestens ab nächsten Montag real existierenden Abbau West.
