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Klaus Ernst bei Anne Will


Sonntag, März 29, 2009

Meinem sonntäglichen Ritual folgend, hole ich morgens bei Eddi die Zeitung die ich dann aus zeitlichen Gründen doch nicht lese, schaue abends Tatort und gönne mir je nach Themenlage noch die Talkshow der attraktiven Anne Will. Anne Will die seinerzeit noch als Sportschau-Moderatorin genötigt wurde, mich im Rahmen einer RTL-Produktion anzulächeln hat seither nicht an Präsenz verloren.

Inhaltlich war die Sendung aber war wieder einer der Tage, der mich gedanklich der Beantragung eines Asylantrages für meinen Betrieb und mich, gerichtet an die österreichische Regierung mit Sitz im schönen Wien etwas näher brachte. Da setzt doch ein Klaus Ernst die pauschale Rentenzahlung an Klaus Zumwinkel in Höhe von circa 20 Millionen Euro in Relation zu einem Leiter eines Altenheimes. Dieser müsste dann, so Ernst, ungefähr 500 Jahre lang für dieses Geld arbeiten.

Grundsätzlich ist der Vergleich zwischen der Deutschen Post vor dem Amtsantritt von Klaus Zumwinkel und einem Altersheim ja alles andere als falsch. Nur das Klaus Zumwinkel aus diesem Altersheim (oder Greisenhaus wie die Österreicher es nennen würden…)  einen weltweit führenden Konzern mit Gewinnen in Milliardenhöhe und den dazugehörigen Arbeitsplätzen geformt hat, und Herr Ernst diese Tatsache leider vergessen hat. Aus diesem Grunde dürfte Herr Zumwinkel eigentlich ohne Neid zu erwecken ein paar Millionen Rente beziehen. Die Auszahlung erfolgte zudem auf einen Schlag, statt der üblichen monatlichen Auszahlungen.

Wie ist denn Ihre persönliche  Bilanz hinsichtlich der geschaffenen Arbeitsplätze und finanziellen Gewinne für die Bevölkerung Herr Ernst? Haben Sie außerhalb der gewerkschaftlichen Aktivitäten was produktives geschaffen, oder einen erfolgreichen Betrieb auf die Beine gestellt?

Und warum hat man Oscar Lafonatine bei der Berliner Demonstration gegen unter anderem die Berater der Citybank mit Eiern beworfen? Vermutlich weil die Verstaatlichung der Banken der richtige Weg aus der Krise ist.

Das glauben Ihnen wohl nur die Anteile der Bevölkerung, die einen VW-Golf fahren, und nebenbei erwähnt für ca. 85% aller deutschen Verkehrshemmnisse verantwortlich zeichnen. Ich muss jedoch zugeben, dass von diesen Menschen ohne überdruchschnittlich aktive Gehirnbereiche und der Gabe eigenständige Gedanken zu formen, eine hohe Population zu verzeichnen hat. Vielleicht hat dies etwas mit der wirtschaftlich unsinnigen “Abwrackprämie” zu tun, wobei wir ja auch beim Thema der von Ihnen angeprangerten Gier wären.

Sollte es Ihnen mit Ihrer Partei  Die Linke wirklich einmal gelingen Mehrheiten im Bundestag zu erreichen, bin ich der erste der das Land verlässt. Und dies trotz des Vorhabens  die Berliner Mauer als eine Art “Lichtlinie” zu markieren. Ich nix DDR, und nix Interesse an neuer DDR, aber bei dem Versuch ausländischen Künstlern zu zeigen wo mal die Mauer verlaufen ist, bin ich schon öfter ins Schwitzen gekommen. Mehr als Schade, dass dieser Teil der Deutschen Geschichte so Sang- und Klanglos verschwunden ist, zumindest aus meiner unbelasteten Kölner Perspektive.

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