Skip to Content Skip to Search Go to Top Navigation Go to Side Menu


Tragische Ereignisse im Rahmen der Loveparade Duisburg


Samstag, Juli 24, 2010

Als Veranstaltungsmeister gibt einem der Verlauf der heutigen Loveparade in Duisburg doch reichlich zu denken. Zum einen fragt man sich wie es passieren konnte, dass derzeit 15 vermutlich sehr junge Menschen ihr Leben lassen mussten. Auf der anderen Seite ist man auch dankbar für die Tatsache, bei dieser Veranstaltung nicht tätig gewesen zu sein.

Zwangsläufig hat man eine andere Perspektive auf die Geschehnisse, als viele Berichterstatter die aktuell in den Medien publizieren. Die Meldungen und Bilder, ob Online oder im TV, vermitteln ein wenig den Eindruck als hätten sich in Duisburg mal eben ein paar hunderttausend Menschen spontan zu einer Party versammelt.

Die Realität ist aber deutlich seriöser. Es gibt in der Bundesrepublik eine Versammlungsstättenverordnung. Jede Veranstaltung dieser Größenordnung muss nicht nur angemeldet werden, sondern bedarf darüber hinaus einiger behördlicher Genehmigungen.

In der Praxis erfolgen eine oder mehrere  Ortsbesichtigungen, und man erarbeitet zunächst eine Gefährdungsanalyse sowie ein Sicherheitskonzept, welches ebenfalls bei den Behörden eingereicht wird. Dieses beinhaltet, abhängig von der Anzahl  der zu erwartenden Gäste (in der Regel zwei Besucher je m² Grundfläche, abzüglich aller für Besucher nicht zugänglichen Flächen), die entsprechend benötigte Anzahl an Sicherheitskräften.

Weiterhin werden alle erforderlichen Flucht- und Rettungswege definiert und beschildert.Vor der Veranstaltung werden sämtliche sicherheitstechnischen Einrichtungen noch einmal mit den Ordnern, Sanitätern, Feuerwehr, Polizei besichtigt und gemeinsam mit dem oder den Veranstaltungsmeistern begangen. Somit haben alle an der Veranstaltung mitwirkenden Personen nicht nur genaue Ortskenntnis, sondern sind auch informiert wie im Falle eines Falles zu handeln ist.

Während der Veranstaltung tragen alle Menschen in Schlüsselpositionen ein Funkgerät mit Kopfhörer und Mikrofon. In der Praxis kommuniziert der Veranstaltungsmeister direkt über separate Funkkanäle mit den Ordnungskräften, den Sanitätern, der Feuerwehr und eventuell der Polizei. Diese haben untereinander nochmal ein eigenes Funksystem um schnell in ihrem individuellen Zuständigkeitsbereich zu reagieren, sollte etwas nicht so laufen wie geplant.

Kurz: Es dürfte eigentlich nichts passieren. Dennoch hat der heutige Tag ein anderes, besonders trauriges Ergebnis gebracht. Was oder wer hier nun versagt hat wird nun in den nächsten Tagen ermittelt. Auch wenn man mit Vermutungen vorsichtig sein sollte, kann man wohl davon ausgehen, dass keine einzelne Person die Schuld trägt. Hier müssen gleich mehrere Sicherheitsmaßnahmen versagt haben, anders ist ein solches Ausmaß an Toten und Verletzten kaum zu erklären.

Persönlich meide ich seit vielen Jahren große Ansammlungen von Menschen. Wenn mich Kollegen mal zu einem Konzert oder Festival einladen, besuche ich dieses ausschließlich nur, wenn die richtigen Ausweise bereit liegen. Also FOH, VIP, Backstage oder sonstige Bereiche in denen man vor dynamischen Menschenmassen geschützt ist.

Nicht das ich ein bequemer Schnösel wäre, nein diese Einstellung beruht auf einer persönlichen Erfahrung mit vielen Menschen, die plötzlich und unerwartet in Bewegung geraten. Damals im Jahr 1992, ich war noch klein und ahnungslos, hatte ich Dimmerwache auf der Bühne des Bizzare-Festivals in Aachen-Alsdorf. Künstler waren neben anderen die Ramones und die Pogues, also etwas weniger harmonische Klangfolgen als zum Beispiel bei Simply Red.

Bei einer dieser Bands konnte ein Musiker plötzlich nicht mehr sein Instrument spielen, womit eine gewisse Unruhe im Publikum entstand. Kurz danach riefen die Ordner im Bühnengraben um Hilfe. Wir Techniker auf der Bühne und Wolfgang Niedecken, der als Gast das Festival sehen wollte, registrierten das die kräftigen Herren zwischen der Bühnenkante und den Drängelgittern eingeklemmt waren. Zu unserem eigenen erstaunen waren hier durch das Publikum Kräfte entstanden, die wir bis zu diesem Tage nicht für möglich gehalten hatten.

Nur mit dem Einsatz von groben Hebelwerkzeugen gelang es uns die Herren zu befreien. Danach versuchten wir mit vier Personen eine vor dem Drängelgitter eingeklemmte junge Frau auf die Bühne zu ziehen. Dies gelang uns aber erst, als jemand zum Mikrofon griff, dass Konzert unterbrach und das Publikum aufforderte, sich bitte ein paar Schritte von der Bühne zu entfernen.

Damals ist noch einmal alles gut gegangen, nicht wie heute, wo man jetzt schon 18 Tote zählt. Was die Tragödie nun genau versucht hat, wird sicherlich heiß diskutiert und in den folgenden Tagen geklärt werden. An nicht ausreichenden Vorschriften hat es vermutlich nicht gelegen.

Das einzige was vermutlich wenig zur Aufklärung der Ereignisse beitragen kann, sind die nun anreisenden Politiker, die Ihr Bedauern zu den Vorfällen vor Ort demonstrieren müssen.

Ahgee ASR688 – Wer sind Sie?


Samstag, Juli 24, 2010

In den ständigen Diskussionen um das Internet wird immer gerne davor gewarnt, zum Beispiel unvorteilhafte Bilder zu veröffentlichen. Auch mit der Veröffentlichung von individuellen Anschriften und  persönlichen Daten sollte man sehr sparsam umgehen. Denn was das Internet einmal weiß, vergisst es nicht mehr sagt man. Auf der anderen Seite zögern viele Menschen nicht, sich mit mit zahlreichen Kundenkarten auszustatten, deren Daten fleißig gehandelt werden. Da wundert man sich schon etwas über die  Verhaltensweisen der einzelnen Anwender.

Doch es gibt Situationen, da kommt man aus einer anderen Perspektive ins Staunen. So wie bei dieser eindrucksvollen Panoramaaufnahme der Stadt Köln:

Das Motiv ist derartig attraktiv, dass ich die Aufnahme gerne für unser neuen MRT-fähigen LED-Lichtpanele nutzen würde.  In der Regel ist so etwas auch kein Problem. Bei einer beabsichtigten gewerblichen Nutzung solcher Photos ruft man kurz die Photographin oder den Photograph an, und erwirbt die Bilderrechte.

Aber von Ahgee ASR688 erfährt man nur, das er oder sie das Bild des Kölner Altstadtufers bei Abenddämmerung (gegen 21:58 Uhr) von der anderen Rheinseite aus aufgenommen hat. Von links nach rechts kann man das ehemalige Lufthansa-Gebäude, die Deutzer Brücke, die Kirche Groß St. Martin, den Kölner Dom, das Museum Ludwig, den Kölner Fernsehturm Colonius, die Hohenzollernbrücke und die blauen Lichter und Reflektionen des Musical Dome erkennen. Fünf Bilder wurden jeweils mit 3 unterschiedlichen Belichtungszeiten aufgenommen (insgesamt 15 Bilder) und zusammengefügt. Das daraus entstandene 32bit HDRI wurde in ein 8bit LDRI konvertiert. Benutzt wurde eine Canon EOS 1000D und ein 18-55mm Objektiv mit einer Blende von 5,6.

Sind zwar alles informative Angaben, aber mein aktuelles Problem lösen diese nicht. Viellicht stolpern Sie über diesen Beitrag und rufen mich mal kurz an?

Danke vorab, und liebe Grüße aus Köln

Antonius hungert…


Montag, Juli 19, 2010

Welch eine Verweigerung vor öffentlichen Freuden. Da steht man an einem Montag Abend voller Vorfreude vor der Tür des Hauptlieferanten für “Rumpsteak auf Nudeln”, und musste folgende Beschriftung zur Kenntnis nehmen:

Schilder in der Art kennt man ja…  Zumindest mit Texten wie “wegen plötzlicher Krankheit, oder ein überraschender Todesfall”, aber wegen Kirmes? Das könnte man als öffentlichen Protest werten.

Lieber Gregor…

Ich vermute mal, Ihr pflegt eine gewisse Abneigung gegen das fröhliche Treiben auf dem Markt von Brühl, aber aus der Perspektive eines Gastes kann ich Dir versichern, dass derartige Rahmenprogramme eine Menge Spaß bereiten.

Im Berliner Wintergarten ist das Konzept, wie man eingestehen muss, deutlich hochwertiger und professioneller organisiert. Aber für Brühler Verhältnisse ist das wirklich nicht schlecht.

Du sitzt schön in der Sonne, bestellst Dein Essen und ein Glas Rotwein, und die Show startet ohne jede Verzögerung. Und das was einem so optisch und akustisch präsentiert wird, ist auch noch völlig kostenfrei. Und besser als so manche Gestalten die man im Kino zu sehen bekommt. Sei so nett und überlege mal ob Du diese Logenplätze nächstes Jahr wieder sperren möchtest…